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22.04.2021 | 5:35 min

Plaque & Zahnbelag - effektiv entfernen und Krankheiten vorbeugen

Nahrungsreste, Bakterien und Speichel setzen sich als weißlicher Belag auf den Zähnen ab. Wird Plaque nicht regelmäßig entfernt, bildet sich Zahnstein und das Risiko für Karies und Zahnfleischerkrankungen steigt. In unserem Ratgeber erfahren Sie unter anderem, was den bakteriellen Zahnbelag verursacht und wie Sie der Entstehung des Biofilms vorbeugen.

  • Plaque legt sich als weicher Biofilm ständig über die Zähne 
  • Mit der täglichen Zahnpflege entfernen Sie weiche Plaque
  • Verhärtet die Plaque, bildet sich Zahnstein, und Karies und Parodontose können entstehen        
  • Zahnstein sollte der Zahnarzt regelmäßig entfernen
  • Eine gute Mundhygiene verhindert die Zahnsteinbildung 
    Gebiss mit Zahnbelag und Zahninstrumenten - 3D-Illustration

    Wie entsteht Plaque?

    Plaque bildet sich bereits kurz nach dem Zähneputzen erneut. Grundsätzlich schützt der dünne Film die Zahnoberflächen vor Säureangriffen und Abnutzung. Siedeln sich auf der Plaque jedoch Bakterien an, ändert sich die Mundflora. 

    Mehr als 800 Mikroorganismen tummeln sich in unserer Mundhöhle. Zucker- und säurehaltige Lebensmittel fördern das Wachstum schädlicher Bakterien. Diese Bakterien bilden Plaque, einen klebrigen Belag. Besonders gern lagert sich der Film in den Grübchen der Kauflächen, auf den Zahnhälsen oder in Zahnzwischenräumen ab. Verhindern lässt sich die Ablagerung nicht.

    Wichtig ist, die Plaque mindestens zweimal täglich zu entfernen, da sonst auf Dauer harter Zahnstein entsteht.

    Gut zu wissen

    Unser Speichel transportiert schädliche Bakterien und Viren aus dem Mundraum und verdünnt entstehende Säuren. Um den Speichelfluss zu unterstützen, sollten Sie viel Wasser trinken. Auch zuckerfreie Kaugummis oder Lutschbonbons fördern die Speichelbildung.

    Was ist der Unterschied zwischen weichen und harten Konkrementen?

    Weicher Plaque lässt sich mit der Zahnbürste leicht beseitigen, bei harten Belägen ist das nicht möglich.

    Bei der täglichen Zahnpflege entfernen Sie den weichen Belag, der sich ständig neu bildet. Lagern sich Mineralien ein, verhärten die weichen Beläge und es bildet sich Zahnstein.

    Wenn sich die Plaque an schwer zugänglichen Wurzeloberflächen verhärtet, spricht der Zahnarzt von Konkrementen. Man spricht von supragingivalen Zahnstein, wenn die Ablagerungen oberhalb des Zahnfleischsaums liegen und von subgingivalen Zahnstein, wenn die Zahnfleischtaschen betroffen sind. 

      Zahnpflege und Mundhygiene gegen Plaque – Ratgeber Zahngesundheit

      Wie entferne ich Plaque?

      Den weichen Biofilm entfernen Sie am besten durch gründliches Zähneputzen zweimal täglich.

      Eine fluoridhaltige Zahncreme versorgt den Zahnschmelz mit wichtigen Mineralien. Fluorid ist effektiv im Kampf gegen den Biofilm, da es den Zahnschmelz stärkt und so widerstandsfähiger gegen die Säuren macht. Wissenswertes zur Zahnpasta mit oder ohne Fluorid erfahren Sie im Ratgeber des Münchener Verein.

      Reinigen Sie zudem die Zahnzwischenräume mit Zahnseide, um auch für die Zahnbürste schwer zugängliche Stellen effektiv von Plaque zu befreien. Die Verwendung einer Munddusche allein reicht übrigens nicht aus, denn der Wasserstrahl spült zwar Speisereste aus den Zwischenräumen, entfernt aber die Ablagerungen nicht ausreichend.  

      Idealerweise gehen Sie bei der täglichen Mundhygiene wie folgt vor:

      1. Reinigen Sie die Zähne nach der sogenannten "Bass-Methode": Dabei setzen Sie die Zahnbürste am Rand des Zahnfleischs an und putzen vom Zahnfleisch weg in Richtung Zahn, also von Rot nach Weiß. Führen Sie rüttelnde Bewegungen aus, um Zahnbelag zu lockern. 
         
      2. Putzen Sie nacheinander die Kauflächen, dann die Außenflächen und zuletzt die Innenseiten der Zähne. 
         
      3. Verwenden Sie Interdentalbürsten und/oder Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume und unterhalb des Zahnfleischrandes.
         
      4. Entfernen Sie Beläge auf der Zunge mit einem Zungenschaber, um die Bakterienanzahl in der Mundhöhle zu minimieren. 

      Gut geeignet ist eine Zahnbürste mit einem nicht zu großen Bürstenkopf sowie weichen bis mittelharten Borsten. Wichtig ist, die Zahnbürste regelmäßig zu wechseln. Achten Sie bei der Reinigung darauf, nicht zu viel Druck auszuüben, da es sonst zu Schäden am Zahnfleisch kommen kann. 

      Ergänzen sollten Sie Ihre tägliche Mundhygiene durch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung, bei der in der Zahnarztpraxis Ablagerungen, die Sie selbst schlecht erreichen können, entfernt werden. Sinnvoll sind zudem halbjährliche Kontrolltermine beim Zahnarzt sowie eine einmal jährliche Prophylaxebehandlung. Oftmals stärkt der Arzt die Zähne dabei mit einem fluoridhaltigen Lack, die die Zähne weniger anfällig machen. 

      Der Zahnarzt kann die Ablagerungen mit speziellen Färbemitteln sichtbar machen. So können Sie anhand der Verfärbungen erkennen, welche Stellen für die Ablagerungen besonders anfällig sind. Ihre künftige Putzstrategie können Sie dann entsprechend anpassen. 

      Gut zu wissen

      Bakterieller Plaque lagert sich nicht nur auf den Zähnen, sondern auch auf Prothesen oder Zahnspangen ab. Daher ist bei den Spangen und dem Zahnersatz ebenfalls auf eine gute Hygiene zu achten. Im schlimmsten Fall breitet sich die Plaque sonst von dort aus auf die benachbarten Zähne aus. 

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      Wie beuge ich der Bildung von Plaque vor?

      Neben der täglichen Mundhygiene spielt die Ernährung eine wichtige Rolle im Kampf gegen schädliche Zahnablagerungen. 

      Idealerweise verzichten Sie möglichst auf sehr zuckerhaltige Speisen und Getränke. Die Bakterien in der Mundhöhle wandeln den Zucker in aggressive Säure um, die den Zahnschmelz angreift. In der Mundhöhle entsteht ein saures Milieu. Besonders Süßigkeiten wie Karamellbonbons oder auch Chips bleiben gern an den Zähnen kleben und geben damit den Bakterien eine ausgezeichnete Chance, sich zu vermehren.

      Denken Sie daher besonders nach dem Genuss kariesfördernder Lebensmittel daran, die Zähne zu putzen, um ein neutrales Mundmilieu zu schaffen.

      Mundhygiene: Ultraschall-Zahnreinigungsgerät zur Entfernung von Zahnstein und Plaque

      Kann ich Zahnstein selbst entfernen?

      Sie können der Bildung von bakteriellen Belägen mit sorgfältiger Mundhygiene vorbeugen. Haben sich die Ablagerungen jedoch verhärtet, hilft nur die Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt.

      Der Zahnarzt entfernt die Ablagerung mechanisch mittels Ultraschall oder manuell mit geeigneten Handinstrumenten. Hat sich der Zahnstein bereits unter dem Zahnfleisch abgelagert, empfinden Patienten die Behandlung unter Umständen als unangenehm. Im Anschluss an die Zahnsteinentfernung behandelt der Facharzt die Oberflächen der Zähne mit einer Polierpaste, umso erneuten Ablagerungen vorzubeugen.

      Die ZahnGesund-Tarife des Münchener Verein beinhalten Leistungen für Zahnprophylaxe, mit der Sie sich eine Kostenübernahme für die jährliche Zahnreinigung sichern.

      Was sind die Folgen von Zahnbelägen?

      Werden Plaque und harte Zahnbeläge nicht regelmäßig entfernt, drohen Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis. Auch für Mundgeruch können Beläge mit-verantwortlich sein. 

      Wenn Sie nicht regelmäßig zur Zahnbürste greifen, zeigt sich bereits nach einigen Tagen ein weiß-gelblicher Belag auf den Zahnoberflächen (1), der mit bloßem Auge zu sehen ist. Bei Kaffee- und Teetrinkern oder Rauchern verfärben sich die Beläge schnell und präsentieren sich besonders intensiv. Ein erstes Anzeichen für problematische Veränderungen ist oftmals Mundgeruch, der durch Speisereste, die sich im Mund sammeln, entsteht.

      Zahnbelag als Auslöser einer Parodontitis – Verlauf als 3D Animation

      In der rauen Oberfläche des Biofilms haben Bakterien beste Chancen, sich zu vermehren. Dabei entsteht eine Säure, die Mineralien aus dem Zahnschmelz löst und so Karies verursacht. 

      Auch Zahnfleischentzündungen (2) werden durch die schädlichen Bakterien begünstigt. Werden diese Entzündungen nicht behandelt, droht eine Parodontitis (3), die langfristig zu Zahnausfall (4) führen kann: Durch die Erkrankung weicht das Zahnfleisch zurück, der Kieferknochen baut sich ab und die Zähne lockern sich. 

      Wie stärke ich mein Zahnfleisch?

      Ein gesundes Zahnfleisch ist die Grundlage für gesunde Zähne. Darum ist nicht nur die Reinigung der Zähne, sondern auch die Pflege des Zahnfleischs wichtig. 

      Gesundes Zahnfleisch ist leicht rosa und umschließt die Zahnhälse fest. Damit das so bleibt, sollten Sie das Zahnfleisch in die tägliche Pflege einbeziehen: 

      • Entfernen Sie die Plaque zweimal täglich mit einer geeigneten Zahncreme von den Zahnfleischrändern und aus den Zahnzwischenräumen. 
      • Verwenden Sie eine Mundspülung, um das Zahnfleisch zu stärken.  
      • Nehmen Sie regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt wahr.
      • Lassen Sie mindestens einmal jährlich eine professionelle Zahnreinigung durchführen. 

      Zeigen sich Schwellungen oder Blutungen deutet das auf eine Zahnfleischentzündung hin. Auch ein schlechter Geschmack im Mund kann auf Probleme in der Mundhöhle hinweisen. 

      Wichtig ist, den Bakterien keine Chance zu geben, das Zahnfleisch zu schwächen und sich dort anzusiedeln.Hilfreich bei gereiztem Zahnfleisch sind Hausmittel wie Kamille oder Salbei. Sehr gut geeignet ist auch eine Massage des Zahnfleischs, mit der Sie die Durchblutung anregen. 

      Lassen sich die Symptome nicht lindern, sollten Sie unbedingt einen Zahnarzttermin vereinbaren. 

      Fazit – regelmäßige Plaqueentfernung fördert die Zahngesundheit

      Vernachlässigen Sie die tägliche Mundhygiene, bildet sich Plaque, die einen Nährboden für Bakterien darstellt. Wenn die Beläge verhärten, führt das zu Zahnstein und unter Umständen zu weiteren Erkrankungen. Wichtig ist also eine regelmäßige Entfernung des Biofilms.

      • Putzen Sie dazu die Zähne mindestens zweimal täglich und denken bei der Reinigung auch an die Zahnzwischenräume. Gut geeignet für schwer zugängliche Stellen sind Interdentalbürsten oder Zahnseide. Perfekt ist zudem ein Zungenschaber, mit dem Sie Bakterien effektiv beseitigen.
      • Nach dem Genuss besonders süßer oder säurehaltiger Nahrungsmittel empfiehlt sich auch zwischendurch der Griff zur Zahnbürste.
      • Nehmen Sie regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt wahr, denn hier entscheidet der Profi, ob Handlungsbedarf besteht, und verhindert so das Fortschreiten einer beginnenden Erkrankung.
      • Professionelle Zahnreinigungen mindestens ein Mal jährlich ergänzen die alltägliche Pflege und die ärztlichen Kontrollen perfekt. 
      Frau mit Headset lächelt - Münchener Verein Gesundheitsservices

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      Quellen

      EDCI: www.ecdi.de/
      DentNet: www.dentnet.de
      Colgate: www.colgate.de
      Aubacke: - Zahnarztpraxis www.aubacke.de
      Netdoktor: www.netdoktor.de

      Alle abgerufen am 18.03.2021.

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