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15.07.2021 | 7:10

Veneers: Kosten, Haltbarkeit, Vor- und Nachteile im Überblick

Wir alle wünschen uns ein strahlendes Lächeln. Oftmals wird das allerdings durch leichte Zahnfehlstellungen und Verfärbungen der Zähne getrübt und wir vermeiden allzu herzhaftes Lachen. Veneers sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Optik der Zähne zu verbessern. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie unter anderem, welche Arten von Veneers es gibt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie die Veneers eingesetzt werden.

  • Veneers korrigieren leichte Fehlstellungen und Verfärbungen der Frontzähne
  • Hauchdünne Keramikschalen werden individuell angepasst
  • Beim Einsatz konventioneller Veneers wird gesunde Zahnsubstanz abgeschliffen
  • Alternativen ohne Abschleifen sind Non-Prep-Veneers oder Veneers-to-Go
  • Gesetzliche Krankenversicherungen beteiligen sich nicht an den Kosten
    Nahaufnahme einer Keramikverblendung auf einem Stab in der Hand eines Zahnarztes

    Was sind Veneers?

    Die englische Bezeichnung „Veneers“ bedeutet so viel wie Verblendung oder Verschalung. Bei Veneers handelt es sich um hauchdünne Keramikschalen, die dauerhaft auf den Zahnoberflächen im Frontzahnbereich befestigt werden. 

    Die durchscheinenden Verschalungen bestehen aus hochwertigem Keramik oder einem Kunststoff-Keramik-Komposit. Durch die Einfärbung der Keramikschalen in Zahnfarbe lässt sich kein Unterschied zu den anderen Zähnen erkennen. Die Veneers dienen der Zahnkosmetik, einen medizinischen Grund für die Verblendungen gibt es nicht.

      Welche Arten von Veneers gibt es?

      Es gibt unterschiedliche Arten von Veneers, die sich durch die Anbringungsmethode, die Stärke und das Material unterscheiden:

      1. Konventionelle Veneers
      2. Non-Prep-Veneers oder Lumineers
      3. Veneers-to-Go
      4. Kunststoff- oder Komposit-Veneers

       

      1. Konventionelle Veneers

      Die konventionellen Veneers bestehen aus 1 mm starker Vollkeramik. Die Keramikschalen fertigt das Zahnlabor anhand eines Zahnabdrucks individuell für jeden Zahn an. Farbe und Dicke passt der Profi genau an die anderen Zähne an, sodass die Verblendung sehr natürlich aussieht.

      2. Non-Prep-Veneers oder Lumineers 

      Im Vergleich zu klassischen Veneers sind Non-Prep-Veneers lediglich 0,3 bis 0,6 mm dünn. Lumineers sind eine besondere Non-Prep-Veneer-Marke aus den USA. Die Lumineers werden in einem US-Labor hergestellt und zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Qualität und lange Haltbarkeit aus. 

      3. Veneers-to-Go

      Wenn Sie sich für Veneers-to-Go entscheiden, ist nur ein Zahnarztbesuch erforderlich. Hier nimmt der Zahnarzt keinen Abdruck, sondern verwendet genormte Verschalungen, die direkt auf die Zähne aufgebracht werden. Die Verblendungen bestehen entweder aus Keramik oder aus einer Kunststoff-Keramik-Mischung. Diese Art der Veneers eignen sich vor allem für den Frontzahnbereich.

      4. Komposit-Veneers

      Die Komposit-Veneers bestehen aus Kunststoff. Hat der Patient sich für konventionelle oder Non-Prep-Veneers entschieden, dauert es einige Zeit, bis das Zahnlabor die individuellen Verschalungen gefertigt hat. Die Komposit-Veneers dienen daher als Zwischenlösung bis zum Aufbringen der endgültigen Verblendung.

      Gut zu wissen

      Die Non-Prep-Veneers sind sehr dünn, sodass sich damit nur minimale Zahndefekt oder Beschädigungen ausgleichen lassen. Im Vergleich zu den konventionellen Verschalungen wirken sie zudem künstlicher und heben sich unter Umständen von den restlichen Zähnen ab.

      3d-Rendering von Zähnen mit Veneer

      Wie werden Veneers eingesetzt?

      Der Einsatz der Veneers passiert in verschiedenen Schritten:

      1. Untersuchung der Zähne, im Anschluss erhalten Sie einen Kostenvoranschlag des Zahnarztes
      2. Gründliche Zahnreinigung und Entfernung älterer Füllungen und Kronen
      3. Abschleifen der Zähne unter örtlicher Betäubung, um eine gute Haftung zu gewährleisten (nur bei konventionellen und Komposit-Veneers erforderlich) 
      4. Abdruck der vorbereiten Zähne
      5. Prüfung der Zahnfarbe für ein natürliches Ergebnis 
      6. Anfertigung einer passgenauen Verblendung 
      7. Einsetzen der individuell gefertigten Keramikschalen 

      Der Profi stimmt den Klebstoff speziell auf die Zahnfarbe und die Stärke der Veneers ab, damit die Verschalung sich harmonisch an die weiteren Zähne anpasst. Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis der Kleber ausgehärtet ist. 

      Wann ist der Einsatz von Veneers sinnvoll?

      Für ästhetische Korrekturen an den Frontzähnen und den vorderen Backenzähnen sind Veneers perfekt. Ein Überblick über die Einsatzmöglichkeiten der Verblendungen:

      • Zahnverfärbungen
      • Leichte Fehlstellungen
      • Kleine Zahnlücken
      • Defekte am Zahnschmelz
      • Gesplitterte Zahnecken
      • wurzelkanalbehandelte Zähne
      • Unregelmäßige und raue Zahnoberflächen

      Wann sollten Veneers nicht verwendet werden?

      Größere Fehlstellungen oder Zahnlücken und stärker beschädigte Zähne lassen sich mit den Keramikverschalungen nicht kaschieren. Auch bei Patienten die sehr stark mit den Zähnen knirschen, raten Ärzte ebenso wie beim häufigen Nägelkauen eventuell von Veneers ab. 

      Unser Tipp

      Unter Umständen ist eine Beißschiene hilfreich, die Sie vor dem Schlafengehen einsetzen. So vermeiden Sie Zähneknirschen während des Schlafens und schützen die Veneers vor Beschädigungen. 

      Sind Zähne bereits stark beschädigt, sind Kronen in der Regel besser als Veneers geeignet. Zudem sollten Patienten mit einer erhöhten Gefahr für Zahnverletzungen auf die Keramikverschalungen verzichten. Das ist beispielsweise bei Kampf- oder Ballsportarten der Fall. 
       

      Wie lange halten Veneers?

      Veneers zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus. Die Verblendschalen haften Studien zufolge auch nach zehn Jahren noch sehr gut am Zahn. In den meisten Fällen waren die Verblendungen auch nach 20 Jahren noch intakt. 

      Einer Langzeitstudie der Universität Innsbruck zufolge erwiesen sich keramische Veneers als besonders langlebig und gut verträglich. Die Experten errechneten eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 93,5 Prozent für die ersten zehn Jahre, nach 20 Jahren lag die Wahrscheinlichkeit, dass die Verblendungen unbeschädigt waren bei 82,93 Prozent. Beschädigungen waren vor allem auf Zähneknirschen zurückzuführen.

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      Wie oft müssen Veneers erneuert werden?

      Bei einer guten Mundhygiene und hochwertigen Verschalungen ist eine Erneuerung keramischer Veneers nicht erforderlich. 

      Unser Tipp

      Mit einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung und Kontrollterminen beim Zahnarzt verlängern Sie die Haltbarkeit der Veneers. 

      Es ist davon auszugehen, dass professionell angebrachte Verblendungen aus Keramik das gesamte Leben halten. Verschleißerscheinungen zeigen sich vor allem bei einer Komposit-Versorgung. Verfärbungen machen eine Erneuerung der Kunststoff-Veneers nach etwa 15 Jahren notwendig. 

      Muss ein erkrankter Zahn unter der Verblendung behandelt werden, wird das darüberliegende Veneer zerstört.
       

      Ein Veneer wird passgenau in Form und Zahnfarbe gefertigt.

      Welche Vorteile bieten Veneers?

      Für eine ästhetische Zahnkorrektur sind Veneers eine ausgezeichnete Wahl. Gerade bei Verfärbungen, leichten Fehlstellungen oder Lücken erzielen Sie mit den Verblendungen ausgezeichnete Ergebnisse. 

      Nach Angaben der Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik GZFA sind irreversibel beschädigter Zahnschmelz oder Zahndefekten durch Entmineralisierung sehr gut mit Veneers behandelbar. 

      Weitere Vorteile der Veneers im Überblick:

      • individuell an das Zahnbild des Patienten anpassbar
      • schnell anzubringen
      • sofortiger kosmetischer Effekt 
      • lange Haltbarkeit

      Welche Nachteile gibt es bei Veneers?

      Beim Einsetzen konventioneller Veneers zeigt sich der größte Nachteil: Ein Teil der gesunden Zahnsubstanz wird abgeschliffen, um die Verblendung anzupassen. Durch das Abtragen wird ein Teil des Zahnschmelzes entfernt, der sich nicht mehr nachbildet. Für ein natürliches Zahnbild benötigt der Patient dann lebenslang Veneers. 

      Bei einigen Patienten sind nach dem Einsetzen der Veneers zunächst Schmerzen möglich. Unter Umständen zeigt sich in der ersten Zeit auch eine Überempfindlichkeit gegen heiße, kalte, süße oder saure Speisen. 

      Abhängig von der Art der Veneers müssen Sie mit hohen Kosten rechnen. Da es sich um eine rein kosmetische Behandlung handelt, erhalten Sie keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

      Was kosten Veneers?

      Die Kosten der Veneers variieren zwischen 300 und 2.000 Euro pro Zahn. Das verwendete Material und die Art der Verblendung haben Einfluss auf die Höhe der Rechnung. 
       

      Ein Überblick über die möglichen Kosten für Veeners

      • konventionelle Veneers: 900 bis 2.000 Euro pro Zahn
      • Non-Prep-Veneers oder Lumineers: 700 bis 1.000 Euro pro Zahn
      • Veneers-to-Go: 350 bis 400 Euro pro Zahn

      Die Kosten für die Komposit-Veneers, die Patienten bis zum Einsetzen der individuell gefertigten konventionellen Verblendungen oder Non-Prep-Veneers erhalten, sind bereits in den Kosten für die endgültigen Veneers enthalten. 

      Beachten Sie, dass die genannten Kosten lediglich einen ersten Überblick darstellen. Entscheiden Sie sich für das Einsetzen von Veneers, erhalten Sie von Ihrem Zahnarzt einen genauen Kostenplan.

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      Fazit - Veneers als ideale Korrekturmöglichkeit für leichte Zahnfehlstellungen

      Bei kleineren Fehlstellungen oder Zahnlücken sind Veneers eine ausgezeichnete Alternative zu einer kieferorthopädischen Behandlung. Auch unschöne Verfärbungen lassen sich mit den Verblendungen perfekt kaschieren. Es gibt verschiedene Arten von Veneers, die sich vor allem durch die Art des Einsetzens entscheiden:

      • Bei konventionellen Keramik-Veneers wird ein Teil der Zahnsubstanz abgeschliffen. Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte sich also im Klaren sein, dass damit ein Teil des gesunden Zahnschmelzes zerstört wird.
      • Andere Möglichkeiten wie Non-Prep-Veneers werden auf die Zähne aufgebracht, ohne dass ein Abschleifen notwendig ist. 

      Idealerweise besprechen Sie die einzelnen Optionen mit Ihrem Zahnarzt, bevor Sie sich für eine Behandlungsmethode entscheiden. Veneers sind nicht günstig, sodass letztlich auch der Kostenfaktor bei Ihren Überlegungen eine Rolle spielt. Da es sich um eine rein ästhetische Korrektur handelt, beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung sich nicht an der Rechnung. 

      Fragen und Antworten zum Thema "Veneers"

      Wie pflege ich Veneers am besten?

      Pflegen Sie die Veneers genauso sorgfältig wie die eigenen Zähne. Achten Sie auf eine gute Mundhygiene und verwenden Zahnseide oder Interdentalbürsten täglich, um die Zahnzwischenräume zu reinigen. Zudem sollten Sie die jährlichen Kontrolltermine beim Zahnarzt wahrnehmen und auch die professionelle Zahnreinigung mindestens einmal jährlich durchführen lassen. 

      Kann ich bei Veneers Karies bekommen?

      Wichtig ist, dass die Veneers sorgfältig angepasst wurden. Sollten die Verblendungen nicht korrekt verklebt sein, können sich in den Zwischenräumen Bakterien ansiedeln, die Karies auslösen.

      Welche Alternativen gibt es?

      Stören Sie sich vor allem an Verfärbungen der Frontzähne, ist Bleaching eine Alternative zu Veneers. Bei einer professionellen Zahnaufhellung werden die Zähne mit einem hoch konzentrierten Bleichmittel aufgehellt. Das Bleaching führt jedoch nicht dauerhaft zum Erfolg und sollte daher abhängig von den Ernährungsgewohnheiten des Patienten nach etwa einem oder zwei Jahren wiederholt werden. 

      Frau mit Headset lächelt - Münchener Verein Gesundheitsservices

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      Quellen

      GZFA: www.gzfa.de
      Info Medizin: www.infomedizin.de
      Verbraucherzentrale: www.kostenfalle-zahn.de

      Alle abgerufen am 24.06.2021.

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