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09.09.2021 | 5:40

Inlays & Onlays: Kosten, Arten und Unterschiede

Hat Karies einen Zahn zerstört, hilft in einigen Fällen leider nur noch der Bohrer. Der Zahnarzt entfernt den infizierten Zahnschmelz und versiegelt den entstandenen Hohlraum mit einer Füllung. Zum Einsatz kommen neben einfachen Zahnfüllungen auch Inlays, Onlays oder Overlays, die passgenau in einem Stück eingesetzt werden. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie unter anderem, welche Arten von Inlays es gibt, wie sich Onlays und Inlays unterscheiden und welche Materialien besonders haltbar sind.

  • Inlays sind Einlagenfüllungen aus Keramik, Gold oder Titan
  • Onlays bedecken die gesamte Kaufläche
  • Inlays sind im Vergleich zu Füllungen sehr haltbar
  • Kosten für Inlays trägt die gesetzliche Krankenversicherung nicht
  • Eine Zahnzusatzversicherung deckt die Mehrkosten ab
    Ratgeber Zahngesundheit: 3D-Rendering von Zähnen mit Inlay, Onlay und Overlay

    Was sind Inlays & Onlays bzw. Overlays?

    Inlays sind ein festsitzender Zahnersatz, der in einem zahnmedizinischen Labor oder direkt in der Zahnarztpraxis individuell angefertigt wird. Die Zahnmediziner modellieren die Einlagenfüllungen anhand eines Abdrucks in einem Stück. Sind große Teile des Zahns beschädigt, reicht ein Inlay, das nur einen Teil der Zahnsubstanz ersetzt, nicht aus.

    Im Gegensatz zum Inlay bedeckt ein Onlay die gesamte Kaufläche des Zahns. Das Onlay geht über die Zahnhöcker hinaus und verleiht dem erkrankten Zahn mehr Stabilität. Da diese Füllungen auf dem Zahn aufliegen, werden Sie auch als Auflage- oder Kuppelfüllung bezeichnet. 

    Bei einem Overlay wird zusätzlich zur Kaufläche noch die Zahnaußenfläche überkuppelt, d.h. die Seitenbereiche zu den Nachbarzähnen werden abgedeckt. Overlays gelten als die umfassendste Variante einer Zahnfüllung und werden eingesetzt, wenn noch ausreichend Zahnhartsubstanz vorhanden ist, und Zahnersatzmaßnahmen wie eine Überkronung vermieden werden kann. Der Herstellungsprozess und die Materialien der drei Varianten sind identisch.

      Welche Arten von Inlays gibt es?

      Unterschiede gibt es beim Material und der Größe des Inlays. Wie groß die Einlagenfüllung sein sollte, ist vom Grad der Beschädigung abhängig:

      • Einflächiges Inlay für Beschädigungen, die durch die Kaufläche begrenzt werden
      • Zweiflächige Inlays für Beschädigungen, die eine weitere Zahnwand betreffen
      • Dreiflächige Inlays für Schäden auch an Nachbarzähnen

      Neben der Größe unterscheiden sich Inlays durch das Material:

      Ratgeber Inlay: Zahnfüllungen aus Gold, Keramik und Amalgam

      Goldinlays

      Inlays aus Gold zeichnen sich durch eine extrem hohe Haltbarkeit und eine sehr gute biologische Verträglichkeit aus. Nachdem der Zahnarzt einen Abdruck hergestellt hat, wird die Einlagenfüllung aus einer goldhaltigen Legierung gefertigt, da reines Gold als Füllung zu weich wäre. Das Material lässt sich perfekt anpassen und bietet einen ausgezeichneten Randschluss. Nachteilig ist die metallene Farbe des Inlays. 
       

      Keramikinlays

      Das Keramikinlay überzeugt mit einer auf den Zahnschmelz angepassten Farbe und einer hervorragenden Ästhetik. Nach dem Einpassen ist die Einlagenfüllung kaum noch zu sehen. Das Material ist bruchfest und lange haltbar. Im Gegensatz zu Goldinlays ist der Randabschluss unter Umständen ungenau, sodass die Gefahr einer neuen Kariesbildung besteht. 

      Galvanoinlays

      Das Galvanoinlay ist eine Kombination aus Gold und Keramik. Der Zahnersatz besteht aus einer dünnen Goldlegierung, auf die im Anschluss Keramik aufgebracht wird. Auf diese Weise bietet das Galvanoinlay einen sehr guten Randabschluss und eine hervorragende Passgenauigkeit. Gut geeignet ist das Material bei größeren Zahndefekten.

       

      Titaninlays

      Einlagenfüllungen aus Titan werden selten verwendet, da für die Herstellung eine besondere Ausstattung erforderlich ist. Das Material ist sehr haltbar und belastbar und überzeugt mit einer ausgezeichneten Verträglichkeit.


      Tipp für die Materialauswahl:

      Gold hat sich als Einlagenfüllung seit Langem bewährt. Aufgrund der Farbe empfiehlt sich das Material vor allem für den nicht sichtbaren Backenzahnbereich. Handelt es sich um einen Zahn im Frontzahnbereich, setzen Sie aus ästhetischen Gründen idealerweise auf ein Keramikinlay in Zahnfarbe.
       

      Was sind die Vor- und Nachteile von Inlays?

      Im Vergleich zu einer direkten Füllung sind Inlays deutlich langlebiger und überzeugen mit einer hohen Festigkeit.

      • Entscheiden Sie sich für ein Goldinlay, liegt die Haltbarkeit bei bis zu 15 Jahren.
      • Ein Keramikinlay bleibt rund 10 Jahre ohne Beschädigungen.
      • Herkömmliche Füllungen aus Kunststoff oder Amalgam haben eine Haltbarkeit zwischen 4 und 8 Jahren. 


      Die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien im Überblick:

      Material
      Vorteile
      Nachteile
      Gold 
      • Sehr belastbar
      • Lange Haltbarkeit
      • Ausgezeichneter Randabschluss
      • Hohe Verträglichkeit
       
       
      • Metallene Farbe
      • Bei tieferen Löchern sind zunächst Temperaturempfindlichkeiten möglich
       
      Keramik 
      • Ästhetisch, da zahnfarben
      • Farbbeständig
      • Sehr gut verträglich
      • Schnell einzusetzen mit CEREC-Verfahren
      • Keine Geschmacksbeeinträchtigungen
       
       
      • Geringe Ungenauigkeiten beim Randabschluss möglich
      • Kann bei starker Belastung brechen
       
      Galvano 
      • Sehr guter Randabschluss
      • Lange Haltbarkeit
       
       
      • Keramikverblendungen können abplatzen
      • Reparatur in der Mundhöhle ist nicht möglich
       

      Wann ist ein Inlay notwendig?

      Bei einem Loch im Zahn ist eine Füllung das Mittel der Wahl. Grundsätzlich kann der Zahnarzt die kariöse Stelle direkt mit einem formbaren Material füllen, das dann aushärtet. Aufwendiger ist der Verschluss mit einem Inlay, das speziell angefertigt werden muss.

      Legen Sie Wert auf eine hochwertige und langlebige Versorgung, ist das Inlay eine ausgezeichnete Alternative zur klassischen Füllung. 

      Empfehlenswert ist ein Inlay bei einem stark durch Karies geschädigten Zahn. Geht es um Beschädigungen im Seitenzahnbereich, ist die Einlagenfüllung ebenfalls sehr gut geeignet, um den Zahn zu stabilisieren.
       

      Tipp 

      Amalgam ist als Füllstoff umstritten und darf bei bestimmten Personen EU-Regelungen nach nicht mehr angewendet werden. Auch wenn Sie nicht zu diesem Personenkreis gehören, lohnt es sich, über einen Austausch gegen längere haltbare und gesundheitlich verträgliche Inlays nachzudenken.

      Wie werden Inlays eingesetzt?

      In der Regel sind zwei Termine bei Ihrem Zahnarzt erforderlich, um ein Inlay einzusetzen. Folgende Behandlungsschritte führt der Zahnarzt aus: 

      Erster Behandlungstermin:

      • Entfernung der Karies unter örtliche Betäubung
      • Abschleifen von Vertiefungen und Kanten
      • Vorbereitung des Zahns für das Einsetzen des Inlays
      • Anfertigen eines Abdrucks 
      • Bestimmung der Zahnfarbe bei einem keramischen Inlay 
      • Provisorische Füllung

      Danach fertigt ein zahnmedizinisches Labor das Inlay aus dem gewünschten Material. 

       

      Zweiter Behandlungstermin:

      • Entfernung der provisorischen Füllung
      • Anrauen der Zahnoberfläche und des Inlays für einen optimalen Halt
      • Trockenlegung des betroffenen Zahns mit einem Kofferdamm (Spanngummi, das das Eindringen von Speichel während des Arbeitsprozesses verhindert) 
      • Aufbringen eines Spezialklebers auf Zahn und Einlagenfüllung
      • Einsetzen des Inlays mithilfe von Ultraschall
      • Aushärten des Klebers mithilfe ultraviolettem Lichts 
      • Entfernung kleinster Überschüsse für einen präzisen Sitz
      Zahnarzt berät einen Patienten über die CEREC-Zahntechnik

      CEREC-Verfahren - Behandlung in einer Sitzung

      Wendet Ihr Zahnarzt das neuartige CEREC-Verfahren an, ist kein Abdruck mehr erforderlich. Der Experte fertigt mit einer speziellen Kamera eine digitale 3D-Aufnahme Ihrer Mundhöhle. Eine Computersoftware ermittelt nun, wie der gesunde Zahn an dieser Stelle aussehen müsste, und konstruiert ein passendes Inlay. Die Daten werden an eine Fräsmaschine übermittelt, die das Inlay aus einem Keramikblock präzise heraus schleift. Diese Schritte werden bei einem Termin vollzogen, sodass keine zweite Sitzung notwendig ist.

      Was kosten Inlays?

      Im Vergleich zu einer Zahnfüllung aus Amalgam oder Kunststoff, ist ein Inlay wegen der aufwendigen Verarbeitung deutlich teurer. Die Kosten für ein Inlay sind materialabhängig. Für ein Keramikinlay müssen Sie mit rund 550 Euro rechnen, für ein Goldinlay um 700 Euro. Der genaue Preis setzt sich aus den Materialkosten sowie dem Aufwand für das Einbringen des Inlays zusammen.

      Was übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?

      Die Kosten für ein Inlay zählen nicht zu den Kassenleistungen. Sie bekommen als gesetzlich Versicherter einen Zuschuss in Höhe der Kosten für eine herkömmliche Amalgamfüllung. Aktuell sind die 50 € (Stand 2021).

      Geht es um eine Füllung im Frontzahnbereich, erhalten Sie von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung die Kosten für eine Füllung aus Komposit. Schwangere, Stillende, Kinder unter 15 Jahren und Patienten mit einer nachgewiesenen Amalgamunverträglichkeit haben Anspruch auf Kunststofffüllungen unabhängig von der Lage in der Mundhöhle. 

      Entscheiden Sie sich für ein Inlay und eine leistungsstärkere Versorgung, tragen Sie die entstehenden Mehrkosten selbst. Für diese Fälle ist eine Zahnzusatzversicherung eine ausgezeichnete Wahl. Der Münchener Verein übernimmt bei den neuen ZahnGesund-Tarifen Kosten für Keramikinlays.

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      Fazit - Inlays und Onlays als leistungsstarke Versorgung kariöser Zähne

      Karies richtet erhebliche Schäden an den Zähnen an. Inlays und Onlays sind ideal, um größere Zahndefekte zu behandeln. Die Einlagenfüllungen sind im Vergleich zu klassischen Füllungen deutlich haltbarer. Ein Keramikinlay wird an die Zahnfarbe angeglichen, sodass dieses Material perfekt für sichtbare Bereiche geeignet ist. Gefahr einer neuen Kariesbildung besteht unter Umständen in den Randbereichen, wenn das Inlay nicht perfekt an den umliegenden Zahn angepasst wurde. 

      Da das Inlay erst angefertigt werden muss, sind zwei Sitzungen erforderlich. Nur wenn der Zahnarzt das Inlay mit der entsprechenden technischen Ausstattung direkt in der Praxis fertigen kann, reicht ein Zahnarztbesuch aus. Einen sehr guten Randabschluss und wenig Angriffsmöglichkeiten für Kariesbakterien bieten Goldinlays, bei denen Patienten jedoch oftmals die metallene Farbe als nachteilig empfinden. Das Goldinlay muss in einem zahntechnischen Labor gefertigt werden, es sind also zwei Zahnarzttermine notwendig. 

      Im Vergleich zu einer Füllung sind Inlays deutlich teurer. Mit einer Zahnzusatzversicherung federn Sie die Mehrkosten ab.

      Fragen und Antworten zum Thema "Inlays und Onlays"

      Ist ein Inlay eine Füllung?

      Ein Inlay ist eine Füllung aus Keramik oder Gold, die genau auf den Zahndefekt abgestimmt wird. Die Zahnfüllung wird nicht direkt in den Zahn eingebracht, sondern passgenau gefertigt.

      Ist eine Kunststofffüllung ein Inlay?

      Füllungen aus Material wie Kunststoff bringt der Zahnarzt mit einer Paste direkt in den Zahn ein. Ein Inlay wird außerhalb des Zahns in einem Stück modelliert. Dafür ist ein Abdruck notwendig.

      Wie pflege ich Inlays?

      Nachdem die Inlays in den Zahn eingebracht wurden, pflegen Sie Ihre Zähne wie gewohnt. Besondere Pflegehinweise sind nicht zu beachten.

      Frau mit Headset lächelt - Münchener Verein Gesundheitsservices

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      Quellen

      NetDoktor: www.netdoktor.de
      Aubacke: www.aubacke.de
      KZBV: www.kzbv.de
      Casa Dentalis: www.casa-dentalis.de

      Alle abgerufen am 16.08.2021.

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