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17.02.2022 | 5:00

Kopfschmerzen durch Nackenschmerzen - so lindern Sie Spannungskopfschmerzen

In Deutschland leidet nach Angaben des Roland-Koch-Instituts knapp die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal jährlich unter Kopfschmerzen. Bei 10,3 Prozent der Frauen und 6,5 Prozent der Männer handelt es sich um Spannungskopfschmerzen, deren Ursache häufig im Hals-Nackenbereich liegt. In vielen Fällen gehen die Kopfschmerzen mit Nackenschmerzen einher. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Kopfschmerzen durch HWS vorbeugen, behandeln und welche Ursachen es für den Schmerz gibt.

  • Verspannungen im Nackenbereich und der Halswirbelsäule sind häufig Ursache für Spannungskopfschmerzen
  • Die Schmerzen entstehen nicht im Kopf, sondern werden über Nervenbahnen dorthin geleitet
  • Hilfe erhalten Sie beim Neurologen, Orthopäden oder Zahnarzt
  • Hilfreich sind Entspannungsübungen, Zahnschienen und Ausdauersport
    Kopfschmerzen durch Nackenschmerzen - Ratgeber Zahngesundheit - Münchener Verein

    Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

    Zu unterscheiden sind primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Während sekundäre Kopfschmerzen aufgrund einer anderen Erkrankung wie beispielsweise einer Kopfverletzung oder einer Infektionskrankheit auftreten, gelten primäre Kopfschmerzen als eigenständige Erkrankung. Die Ursache für primäre Kopfschmerzen ist nicht eindeutig. Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen sind primäre Kopfschmerzen.

    Symptome von Spannungskopfschmerzen - Ratgeber Zahngesundheit - Münchener Verein

    Welche Symptome zeigen sich bei Spannungskopfschmerzen?

    Die Schmerzen äußern sich dumpf und drückend oder ziehend, es fühlt sich an, als würde etwas von außen gegen den Kopf pressen. Dazu kommen oftmals Verspannung im Hals- und Nackenbereich oder an den Schultern. Bei den meisten Patienten treten die Schmerzen beidseitig auf. Häufig ist vor allem der Hinterkopf betroffen. In der Regel handelt es sich um eher mäßige Schmerzen, bei denen Sie ihren Alltag wie gewohnt ohne große Einschränkungen bewältigen können.

    Abhängig von der Dauer der Schmerzen gibt es folgende Unterscheidung:

    • Episodischer Spannungskopfschmerz: tritt an bis zu 14 Tagen monatlich auf
    • Chronischer Spannungskopfschmerz: tritt an mehr als 15 Tagen monatlich über mindestens drei Monate hinweg auf

    Oftmals zeigt sich bei Betroffenen erst ein episodischer Kopfschmerz, der im Laufe der Zeit in einen chronischen Verlauf übergeht.

    Was sind die Ursachen für Spannungskopfschmerzen?

    Die meisten Betroffenen leiden unter Spannungskopfschmerzen, die aus Problemen im Bereich der Halswirbelsäule resultieren. Oftmals werden die Schmerzen, die nicht im Kopf selbst, sondern durch Veränderungen oder Muskelverspannungen der Halswirbelsäule entstehen, als zervikogener Kopfschmerz bezeichnet. 

    Der Schmerz entsteht durch Beeinträchtigungen der HWS und strahlt vom Rücken bis in den Hinterkopf, die Stirn oder andere Bereiche des Kopfes aus. In einigen Fällen nehmen Betroffene aufgrund der Verspannungen eine Schonhaltung ein, die dann für weitere Beschwerden sorgt. Grund für den ausstrahlenden Schmerz sind Nervenbahnen, die durch die Hals- und Schulterpartie in den Halswirbeln bis in den Kopf verlaufen. Unter Umständen strahlen die Schmerzen bis in die Arme aus.

    Tipp

    Unter Umständen entstehen die Nackenverspannungen durch eine zu harte oder zu weiche Matratze. Prüfen Sie, ob Sie wirklich bequem und entspannt liegen und die Matratze Ihr Gewicht optimal verteilt, ohne die Wirbelsäule zu belasten. 

    Auch Funktionsstörungen des Kiefers oder der Kaumuskulatur, eine sogenannte craniomandibuläre Dyfunkton (CMD), kann Muskelverspannungen begünstigen und so Kopfschmerzen auslösen. Gerade Patienten, die unter Bruxismus leiden und häufig unbewusst mit den Zähnen knirschen, sind oftmals von Nackenschmerzen betroffen.

    Wie unterscheiden sich die Kopfschmerzen durch Nackenschmerzen von einer Migräne?

    Eine Migräne geht in der Regel mit weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und einer Lärm- und Geräuschempfindlichkeit einher. Zudem treten die migränetypischen Schmerzen häufig nur an einer Seite aus. Im Gegensatz zu dem drückenden Spannungskopfschmerz sind Migräneschmerzen pochend, körperliche Aktivitäten sind bei einer Migräne nicht möglich. Leiden Sie an Kopfschmerzen durch Nackenschmerzen ist Bewegung oftmals hilfreich und kann die Beschwerden lindern.

    In unserem Ratgeber „Die besten Hausmittel gegen Kopfschmerzen & Migräne“ erfahren Sie mehr über das Thema.

    Spannungskopfschmerzen - welcher Arzt stellt die Diagnose?

    Idealerweise kontaktieren Sie zunächst Ihren Hausarzt, der unter Umständen einen Kollegen hinzuzieht. Möglich sind Überweisungen zum Neurologen, einem Schmerztherapeuten oder einem Orthopäden. Folgen die Verspannungen unter Umständen aus einer Fehlstellung oder Überlastung der Kiefergelenke, kann ein Zahnarzt die Behandlung unterstützen. 

    Die ärztliche Diagnose erfolgt nach einer umfangreichen Anamnese. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

    • Lokalisation des Schmerzes
    • Charakter des Schmerzes
    • Schmerzintensität
    • Dauer und Zeitpunkt der Schmerzen
    • Zu- oder Abnahme der Schmerzen bei körperlicher Anstrengung

    Zur weiteren Diagnostik setzen Ärzte unter Umständen auf bildgebende Verfahren wie ein MRT, um die Ursache für die Kopfschmerzen zu analysieren. 

    Dehnübungen bei Nackenschmerzen- Ratgeber Zahngesundheit - Münchener Verein

    Wie werde ich Spannungskopfschmerzen los?

    Die Behandlung von Spannungskopfschmerzen ist abhängig von der Ursache. Idealerweise greifen Sie nicht nur zu Schmerzmitteln, sondern gehen dem Auslöser der Schmerzen auf den Grund. 

    Durch eine sitzende Tätigkeit oder die Arbeit am Computer sind Verspannungen im Schulter-Nackenbereich oder an der Halswirbelsäule keine Seltenheit.

    Um die Nackenschmerzen und damit einhergehende Kopfschmerzen zu lösen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    • Entspannungstechniken
    • Dehnübungen der Nackenmuskulatur 
    • Regelmäßiger Ausdauersport wie Schwimmen
    • Massagen
    • Verwendung eines Wärmekissens
       

    Bemerken Sie Anzeichen von Kopfschmerzen und Nackenschmerzen machen, ist oftmals ein erwärmtes Kirschkernkissen hilfreich, um muskuläre Verspannungen zu lockern. Einige Patienten bevorzugen ein Kühlpack im Nacken, hier sollten Sie einfach ausprobieren, ob Sie sich mit Kälte oder Wärme besser fühlen. 

    Wer nur gelegentlich unter Spannungskopfschmerzen oder Nackenschmerzen leidet, kann diese mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol selbst behandeln. Treten die Schmerzen jedoch häufiger auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

    Achtung: Schwangere ab der 28. Schwangerschaftswoche sollten auf Ibuprofen verzichten, da dies zu Herz- oder Nierenschädigungen des Kindes führen können.

    Gut zu wissen

    Schmerzlindernd wirkt zehnprozentiges Pfefferminzöl: Massieren Sie das Öl sanft auf Stirn und Schläfen ein. In einer Studie der Kieler Universitätsklinik hat sich das Heilöl als genau so wirksam wie andere Analgetika erwiesen.
     

    Mit Aufbissschienen Verspannungen verhindern

    Lösen Überlastungen der Kiefergelenke oder starkes Zähneknirschen Verspannungen und Kopfschmerzen bzw. Nackenschmerzen aus, ist eine Zahnschiene perfekt, um die Beschwerden zu lindern. Erfahrungen zeigen, dass sich die Kopfschmerzattacken auf diese Weise deutlich reduzieren lassen. Die individuell für jeden Patienten angefertigten Aufbissschienen schützen vor starkem Zähneknirschen und dem Zusammenpressen der Kiefergelenke. Regelmäßig getragen sorgen die DROS®-Schienen so für eine Entspannung der Kiefermuskulatur und wirken Spannungskopfschmerzen entgegen.

    Für eine Zahnschiene müssen Sie mit Kosten in dreistelliger Höhe rechnen, denn nicht nur die Schiene allein, sondern auch die Labor- und Behandlungskosten fließen in die Rechnung ein. Als gesetzlich Versicherter tragen Sie diese Kosten aus eigener Tasche. Entscheiden Sie sich für eine Zahnzusatzversicherung des Münchener Verein, profitieren Sie im Tarif Zahngesund 100 von einer Kostenerstattung.

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    Wie kann ich Spannungskopfschmerzen vorbeugen?

    Viele von uns sitzen täglich mehrere Stunden am Schreibtisch und belasten die Muskulatur einseitig. Wichtig sind daher verschiedene Ausgleichsmaßnahmen, damit Kopf- und Nackenschmerzen erst gar nicht auftreten:

    • Ausdauertraining mehrmals in der Woche (Radfahren, Joggen)  
    • Lockerungs- und Dehnübungen im Alltag 
    • Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft
    • Entspannungstechniken gegen Stress, wie z.B. Progressive Muskelrelaxation
    • Ausreichend Schlaf 
    • Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme 
       

    Fazit - Spannungskopfschmerzen wirksam bekämpfen

    Fast jeder wird einmal von Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen geplagt. Um Schmerzen kurzfristig zu lindern, reichen in der Regel Analgetika, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Nimmt Dauer und Häufigkeit der Schmerzattacken zu, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen. Oftmals sind Verspannungen im Nacken, der Halswirbelsäule oder der Kiefergelenke Auslöser für den dumpfen Schmerz. Abhängig von der Art der Beschwerden, sind Sie bei einem Neurologen, einem Orthopäden oder Ihrem Zahnarzt für die weitere Behandlung richtig. 

    Mit Dehn- und Lockerungsübungen sowie regelmäßigem Ausdauersport können Sie den Muskelverspannungen vorbeugen. Auch Bewegung an frischer Luft und die Reduktion von Stress sind hilfreich. Gerade wenn Sie einer sitzenden Tätigkeit nachgehen, sollten Sie verschiedene Übungen in den Alltag einbauen - so bleiben Sie beschwerde- und schmerzfrei!

    Frau mit Headset lächelt - Münchener Verein Gesundheitsservices

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    Quellen

    RKI: www.rki.de
    Deutsches Ärzteblatt: www.aerzteblatt.de
    GZFA: www.gzfa.de
    Kopfschmerzen.de: www.kopfschmerzen.de

    Alle abgerufen am 17.01.2022

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