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Die Direktion des Münchener Vereins

Strategien zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Kapitalanlage des Münchener Verein

  • Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken
  • Ergänzendes Impact Portfolio
  • Ausschlusskriterien für ausgewählte Assetklassen 

Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Kapitalanlagestrategie des Münchener Verein

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken betrifft grundsätzlich alle Unternehmensbereiche des Münchener Verein. Die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken im Geschäftsmodell eines Versicherungsunternehmens betreffen insbesondere auch die Kapitalanlage- bzw. Investitionstätigkeit. Im Rahmen unserer treuhänderischen Sorgfalt für die langfristige Werthaltigkeit der uns anvertrauten Gelder legen wir hierauf einen besonderen Schwerpunkt. Daher berücksichtigen wir Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen. 

Diese Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Umwelt (E), Soziales (S) und Unternehmensführung (G) können wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert und die Erträge unserer Kapitalanlagen haben. Um diesen potenziellen Risiken im Portfolio entgegenzuwirken, bezieht der Münchener Verein Nachhaltigkeitsaspekte in seine Anlagestrategie ein:

  • Umweltaspekte (E): Wir begegnen potenziellen ökologischen Risiken, insbesondere Klimarisiken, zum einen durch gezielte Investitionen in unser Impact Portfolio (Spezial- und Investmentfonds zur Förderung von Energieeinsparungsmaßnahmen sowie zur Erzeugung von Strom aus regenerativen Energiequellen) sowie zum anderen durch die Berücksichtigung von Bestrebungen zur CO₂-Reduktion bei ausgewählten Portfoliobeständen.
  • Soziale Aspekte (S): Soziale Risiken, wie beispielsweise aus der Nichteinhaltung von Arbeitsstandards bei Emittenten, berücksichtigen wir anhand von Kriterien zur Achtung von grundlegenden Arbeitnehmerrechten und Arbeitsschutzstandards für ausgewählte Assetklassen.
  • Unternehmensführung (G): Risiken aus mangelhafter Governance begrenzen wir durch die Berücksichtigung von Aspekten der Korruptionsprävention bei Staatsanleihen sowie durch die Berücksichtigung von Grundsätzen einer guten Unternehmensführung bei den Emittenten.

Die Einbeziehung dieser Risiken erfolgt im Rahmen unseres Anlageprozesses unter anderem durch die Berücksichtigung spezifischer ESG-Vorgaben und Ausschlüsse (z. B. im Hinblick auf kontroverse Waffen, Rüstungsgüter und fossile Energieträger) in den Anlagerichtlinien mit unseren externen Managern sowie durch regelmäßige Überwachungsprozesse.


Nachhaltigkeitsaspekte in den Vermögensverwaltungsprozessen des Münchener Verein

Da ein wesentlicher Teil der gesamten Kapitalanlagen durch externe Manager verwaltet wird, berücksichtigen wir bei der Vergabe neuer Mandate die ESG-Implementierung als ein Entscheidungskriterium im Auswahlprozess und analysieren deren methodische Ansätze sowie die angewendeten Kriterien. 

Für die selbst gemanagten Kapitalanlagen streben wir laufend eine Verbesserung der systematischen Steuerung und Berichterstattung bezüglich Nachhaltigkeitsaspekten an. Ausgenommen davon sind die Assetklassen Hypotheken, Policendarlehen, strategische Beteiligungen, selbstgenutzte Immobilien sowie der Kassenbestand, die einer systematischen ESG-Steuerung strukturell nicht zugänglich sind.


Nachhaltiges Kapitalanlagenmanagement

Nachhaltigkeitsaspekte werden an unterschiedlichen Stellen unserer Investitionstätigkeiten berücksichtigt. Wesentliche Elemente der laufenden Überwachung und Steuerung sind hierbei:

  • Strategische Ausrichtung: Ein fester Bestandteil unserer Allokation ist unser Impact Portfolio, mit dem wir gezielt in solche Geschäftsmodelle investieren, die neben einer risikogerechten Verzinsung auch einen positiven Klimabeitrag erbringen sollen.
  • Ausschlusskriterien und Integrationsansatz: Für Neuanlagen in den einbezogenen Assetklassen wenden wir spezifische Ausschlusskriterien an. Diese betreffen beispielsweise den Ausschluss von Emittenten mit signifikanten Umsätzen aus der Kohleförderung sowie Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen. Ergänzend steuern wir relevante Portfoliobestandteile (Aktien und fremdgemanagte Unternehmensanleihen) über einen Integrationsansatz, der eine im Vergleich zum Index der jeweiligen Assetklasse reduzierte CO₂-Intensität anstrebt. 
  • Staatsanleihen: Bei unseren selbst gemanagten Staatsanleihen berücksichtigen wir den Corruption Perceptions Index (CPI) von Transparency International, um den bei Staaten besonders bedeutsamen Aspekt der Korruptionsprävention aktiv in unsere ESG-Bewertung einzubeziehen. Zudem ist das Portfolio darauf ausgerichtet, in Emittenten zu investieren, die das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet und ratifiziert haben.
  • Risikomanagement (ORSA): Zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben (Solvency II) analysieren wir im Rahmen unseres Risikomanagements (ORSA) in regelmäßigen Szenarioanalysen und Stresstests die langfristige Werthaltigkeit unserer Anlagebestände gegenüber potenziellen Klimarisiken. 

Impact Portfolio

Bei der Ausrichtung der Kapitalanlagetätigkeit werden die Folgen des Klimawandels im Rahmen von drei Komponenten berücksichtigt:

  • Transparenz: Die Berichterstattung erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Offenlegungspflichten und regulatorischen Anforderungen (insbesondere gemäß der EU-Offenlegungsverordnung) über die Nachhaltigkeitsauswirkungen der Kapitalanlagen sowie über die jeweils anwendbaren regulatorischen Nachhaltigkeitsindikatoren.
  • Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten: Bei den Aktienbeständen und den fremdgemanagten Unternehmensanleihen (Non-Financials, exklusive Publikumsfonds) erteilen wir den Asset Managern im Rahmen unseres Integrationsansatzes die Vorgabe, eine Verringerung der CO₂-Intensität um 10 % gegenüber dem jeweiligen Vergleichsindex anzustreben.  
  • Gezielte Klimaschutzinvestitionen (Impact Portfolio): Wir investieren gezielt in ausgewählte Projekte und Technologien, die darauf ausgerichtet sind, den Energieverbrauch zu senken und die Erzeugung erneuerbarer Energien zu fördern. 

Die gezielten Investitionen im Rahmen unseres Impact Portfolios umfassen derzeit ausgewählte Spezial- und Investmentfonds, die unter anderem folgende Themenbereiche abdecken:

  • Finanzierung von Energieeinsparungsmaßnahmen, z. B. LED-Straßenbeleuchtung, effiziente Klima- und Belüftungsanlagen sowie Blockheizkraftwerke. Durch die Bereitstellung von Kapital wird die Umsetzung der Maßnahmen gezielt gefördert und unterstützt. So können die Investitionstätigkeiten einen Beitrag dazu leisten, Bestrebungen zur CO₂-Reduktion aktiv zu begleiten. 
  • Erwerb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus regenerativen Energiequellen, d. h. Windparks, Photovoltaikanlagen sowie Wasserkraftwerke in Europa. 

Wie die Beispiele verdeutlichen, handelt es sich um ein übergreifendes Konzept, bei dem nicht ausschließlich in einer einzelnen Anlageart investiert, sondern über verschiedene Themenfelder hinweg umgesetzt wird. Damit wird nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Portfoliokonstruktion eine breitere Diversifikation der Kapitalanlagen erreicht, sondern es kann perspektivisch auch ein höherer Anteil des Anlageportfolios auf Klimaschutzziele ausgerichtet werden, ohne das Risiko einer einseitigen Positionierung einzugehen. 


ESG-Ausschlüsse für die Assetklassen des MV-Sicherungsvermögens

Für ausgewählte Assetklassen des MV-Sicherungsvermögens gelten im Rahmen unserer Anlagerichtlinien folgende Ausschlüsse im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte (Environmental, Social und Governance, ESG). Diese Ausschlüsse finden bei den MV-Gesellschaften für alle Neuanlagen seit dem ersten Januar 2023 Anwendung (für zuvor getätigte Investitionen gilt Bestandsschutz):

  • Unternehmensanleihen (extern verwaltete Mandate, ausgenommen Publikumsfonds): Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen sind ausgeschlossen. Für die Förderung von Kohle bzw. für den generellen Umsatzanteil von Kohle am Gesamtunternehmen gilt eine Grenze von 25 %, d. h. bei einem Umsatzanteil von mehr als 25 % werden Anleihen dieser Emittenten beim MV nicht erworben. Für Ölsand gilt eine Umsatzgrenze von 5 %. Unternehmen, die mehr als 5 % ihrer Erlöse mit Rüstungsgütern erwirtschaften, werden ebenfalls vom Anlageuniversum exkludiert und dürfen nicht erworben werden. Darüber hinaus sieht unsere Anlagepolitik für diese Assetklasse vor, dass die Mittel in Anleihen von Emittenten angelegt werden, die die Prinzipien des United Nations Global Compact (UNGC) für eine soziale und ökologische Gestaltung der Globalisierung einhalten. 
  • Private Unternehmenskredite (Corporate Private Debt): Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen sind ausgeschlossen.
  • Aktien: Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen sind ausgeschlossen. Aktien von Unternehmen, deren Umsatz mehr als 5 % in der thermischen Kohleförderung bzw. -verstromung ausmacht, werden ebenfalls nicht erworben. 
  • Private Unternehmensbeteiligungen (Private Equity): Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen sind ausgeschlossen.