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Altersversorgung für Handwerk und Gewerbe

Dank der Versicherungsanstalten in München und Nürnberg können sich bayerische Handwerker Mitte der 1920er Jahre krankenversichern. Was fehlt, ist eine Altersvorsorge für handwerkliche Berufe und Gewerbe. Das soll sich ändern. Die Initiative hierfür geht von der Nürnberger Handwerkskammer aus. Deren Syndikus Gustav Grampp regt bei einer Tagung 1926 an, eine ausreichende Altersversorgung für Handwerker zu schaffen. Unterstützung erhält er vom Vorstandsvorsitzenden des späteren Münchener Verein und Landtagsabgeordneten Andreas Wagner.

  • Erste Schritte zu einer Altersvorsorge für Handwerker
  • Heftiger Gegenwind aus der Branche
  • Schrittweise Entwicklung der Versorgungsanstalt

    Vorläufige Erlaubnis und Gründung

    Das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung erteilt eine vorläufige Erlaubnis – unter zahlreichen Auflagen und Bedingungen. Auf dieser Basis wird die Versorgungsanstalt der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg am 8. Mai 1927 gegründet. Die Gesellschaft geht mit acht Rentenversicherungstarifen an den Start. Entwickelt hat die mathematischen Grundlagen und Tarife der prominente Versicherungsmathematiker Dr. Hans Amtmann.

    Starker Widerstand von der Branche

    Doch die neue Versorgungsanstalt stößt auf heftigen Gegenwind. Die Branche fürchtet die Konkurrenz des neuen Anbieters auf dem bayerischen Markt. Besonders tut sich der Verband der Versicherungsanstalten für Handwerk, Handel und Gewerbe e. V. hervor. Der verkündet, die Versicherung überlasse man besser den bereits bestehenden berufsständischen Anstalten. Der Verband gibt sogar ein Gutachten in Auftrag. Dieses zieht die Leistungsfähigkeit der neuen Versorgungsanstalt und die Tragfähigkeit ihrer Tarife in Zweifel.

    Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb dank Amtmanns Gutachten

    Darauf muss die Versorgungskammer reagieren. Amtmann persönlich verfasst eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorwürfen. Darin widerlegt er das Gutachten Punkt für Punkt und weist die Richtigkeit seiner Berechnungen nach. Auch das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung schaltet sich ein. Es nimmt das Gutachten und die Stellungnahme zum Anlass, die Voraussetzungen zur Genehmigung des Versicherungsbetriebs noch einmal eingehend zu prüfen. Mit positivem Ergebnis: Am 29. November 1927 bestätigt das Amt, dass alle Auflagen und Bedingungen erfüllt sind. Endlich erhält die Versorgungsanstalt der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg die endgültige Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb.

    Ältester erhaltener Versicherungsschein der Versorgungsanstalt

    Die Versorgungsanstalt nordbayerischer Handwerkskammern

    In den folgenden Jahren entwickeln sich die Geschäfte der neuen Versorgungsanstalt in kleinen Schritten, aber stetig. Einige Handwerkskammern umliegender Regionen empfehlen ihren Mitgliedern den Beitritt. Es folgen mehrere Fusionen und Namensänderungen. Ab dem Jahr 1929 schließlich nennt sich die Gesellschaft Versorgungsanstalt nordbayerischer Handwerkskammern. Nach wie vor bietet sie ausschließlich Rentenversicherungstarife an.

    Werbeannonce aus den 1930er Jahren

    Erfolge durch Fusion und Einführung der Kapitallebensversicherung

    Von großer Bedeutung für die Versorgungsanstalt ist die Fusion mit der Münchener Versicherungsanstalt. Ihre neue Firmierung: Lebens- und Altersversicherungsanstalt für das Bayerische Handwerk und Gewerbe V. a. G. Diese bildet die Grundlage für die heutige Münchener Verein Lebensversicherung AG. Ein weiterer Meilenstein in ihrer Geschichte ist die Einführung der Kapitallebensversicherung. Bei dem Aufbau der hierfür zuständigen neuen Abteilung erhält sie Unterstützung durch die Versorgungsanstalt der sächsischen Gewerbekammern in Dresden a. G. Unter anderem erstellt die Dresdener Anstalt den Geschäftsplan, die Tarife und die Versicherungsbedingungen. Der neue Geschäftsbereich beschert der Gesellschaft ein stetig steigendes Neugeschäft.

     

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