Unsere Treibhausgasbilanz
- Erhebungsmethodik: Komplexität der Datenerfassung, Gliederung der Bilanz und Definition des Basisjahrs.
- Klimabilanz 2025: Fokus auf die Scope 1- und Scope 2-Emissionen des Geschäftsbetriebs.
- Reduktionshierarchie: Gezielte Vermeidung und Verringerung vor freiwilligem finanziellem Klimabeitrag.
Dem Münchener Verein ist bewusst, dass unsere Geschäftstätigkeit Treibhausgasemissionen (THG) verursacht. Wir sind bestrebt, unseren ökologischen Fußabdruck transparent zu machen, indem wir unsere Emissionen systematisch erfassen und die Datenqualität kontinuierlich verbessern.
Die THG-Emissionen werden dabei in drei Scopes gegliedert:
- Scope 1 (Direkte Emissionen): Dies sind die Emissionen, die direkt in unserem Unternehmen entstehen, wie beispielsweise der Kraftstoffverbrauch unseres Fuhrparks oder Emissionen aus dem Betrieb unseres Notstromdieselaggregats.
- Scope 2 (Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie): Hierzu zählen indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom und Fernwärme.
- Scope 3 (Weitere indirekte Emissionen): Dieser Bereich beinhaltet alle weiteren Emissionen, die entlang unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette entstehen. Dazu gehören beispielsweise Emissionen aus Transport und Vertrieb, durch unsere Kapitalanlagen finanzierte Emissionen, die Emissionen unserer Außendienstpartner sowie potenzielle Emissionen aus unseren Versicherungsprodukten.
Komplexität der Datenerfassung und Gliederung der THG-Bilanz
Die Erfassung von THG-Daten ist komplex. Während wir für Scope 1 und 2 auf Realdaten mit angemessener Genauigkeit zurückgreifen können, ist die Datengrundlage für Scope 3 aufgrund der Vielzahl externer Partner und Prozesse komplizierter und basiert oft noch auf Schätzungen oder Branchen-Durchschnittswerten. Zudem müssen je nach THG-Daten verschiedene Berechnungsmethodiken und Tools angewandt werden. Angesichts dieser Komplexität ist eine differenzierte Erfassung zur umfassenden Abbildung und transparenten Berichterstattung unserer klimarelevanten Auswirkungen sinnvoll. Daher gliedern wir unsere THG-Bilanz in drei Hauptbereiche:
- THG-Bilanz unseres Geschäftsbetriebs,
- THG-Bilanz unserer Kapitalanlage,
- THG-Bilanz unserer Versicherungsprodukte.
Die Komplexität der Datenerhebung sowie -verarbeitung führt ebenso dazu, dass der Umfang der Berichterstattungsmöglichkeiten je Bereich variiert. Wir arbeiten jedoch kontinuierlich daran, die Datenqualität und -verfügbarkeit zu verbessern.
Unser Basisjahr für die Klimabilanz
Als unser offizielles Basisjahr für die Bilanzierung der Scope 1- und Scope 2-Emissionen haben wir das Geschäftsjahr 2024 festgelegt. Obwohl wir bereits seit 2022 Emissionen erfassen, waren diese Jahre von der Etablierung neuer Prozesse, noch nicht vollständig validierten Daten und Corona-bedingten Einschränkungen geprägt. Die gesammelten Erfahrungen ermöglichten uns jedoch, die Erfassung zu optimieren und für 2024 eine höhere Datenqualität und Repräsentativität zu erreichen. Das Jahr 2024 bildet somit eine solide Grundlage für die Messung unserer Treibhausgasemissionen in den kommenden Berichtsperioden. Hinsichtlich der Scope 3-Emissionen befindet sich die Festlegung eines finalen Basisjahres vor dem vorgenannt dargestellten Hintergrund der Komplexität der Datenerfassung derzeit noch in der Prüfung und ist noch nicht endgültig definiert.
Hinweis zur Veröffentlichung der THG-Bilanz
Um die Genauigkeit und Glaubwürdigkeit unserer Angaben zu gewährleisten, sind eine sorgfältige Erhebung und Überprüfung aller relevanten Daten für die THG-Bilanz von höchster Bedeutung. Da dies zeitaufwendige Prozesse erfordert, befindet sich die THG-Bilanz zum Zeitpunkt der Erstellung des jährlichen nichtfinanziellen Geschäftsberichts noch in der finalen Erhebung und Auswertung. Sie kann daher nicht im jeweiligen nichtfinanziellen Bericht veröffentlicht werden. Die THG-Bilanz des jeweils vergangenen Geschäftsjahres wird deshalb nachgelagert zum dazugehörigen nichtfinanziellen Bericht hier auf dieser Webseite veröffentlicht und somit allen Interessenten zugänglich gemacht. Im nichtfinanziellen Bericht selbst ist die THG-Bilanz somit stets mit einem Jahr Zeitverzögerung (d. h. die des Vorjahres) enthalten.
Unsere Klimabilanz 2025
Im Folgenden werden - sofern vorhanden - die THG-Bilanzen für 2025, gegliedert nach den drei Hauptbereichen, dargestellt:
THG-Bilanz 2025 unseres Geschäftsbetriebs
Für das Jahr 2025 ergibt sich die folgende THG-Bilanz für unseren Geschäftsbetrieb in Scope 1 und Scope 2:
2025 | 2024 | |
| Scope 1 - Direkte THG-Emissionen |
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A) Emissionen aus Verbrennungsprozessen stationärer Anlagen (Brennstoffe) Treibstoffe für Notstrom-Aggregate (Diesel) |
0,6 t CO2e |
0,2 t CO2e |
B) Emissionen aus Verbrennungsprozessen mobiler Anlagen (Treibstoffe) Benzin Diesel |
29,9 t CO2e 45,4 t CO2e |
36,4 t CO2e 36,9 t CO2e |
C) Emissionen verursacht durch flüchtige Gase (Flüchtige Emissionen) Kältemittelverluste Löschmittelverluste |
0,0 t CO2e 0,0 t CO2e |
5,0 t CO2e 0,0 t CO2e |
| Gesamte direkte THG-Emissionen (Scope 1) | 75,9 t CO2e | 78,5 t CO2e |
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| Scope 2 - Indirekte energiebedingte THG-Emissionen |
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| A) Aus Stromverbrauch - Location Based | 861,4 t CO2e | 803,2 t CO2e |
| A) Aus Stromverbrauch - Market Based | 57,3 t CO2e | 63,3 t CO2e |
| B) Aus Fernwärme | 153,6 t CO2e | 164,1 t CO2e |
| C) Aus Elektromobilität | 4,1 t CO2e | 1,5 t CO2e |
| Gesamte indirekte energiebedingte THG-Emissionen – Location Based (Scope 2) | 1019,1 t CO2e | 968,8 t CO2e |
| Gesamte indirekte energiebedingte THG-Emissionen – Market Based (Scope 2) | 215,0 t CO2e | 228,9 t CO2e |
| Gesamte THG-Emissionen Scope 1 + 2 | ||
| Gesamte THG-Emissionen – Location Based (Scope 1 + 2) | 1095,0 t CO2e | 1.047,3 t CO2e |
| Gesamte THG-Emissionen – Market Based (Scope 1 + 2) | 290,9 t CO2e | 307,4 t CO2e |
Diese Bilanz wurde mithilfe des VfU-Kennzahlen-Tools „VfU Kennzahlen 2025: Kennzahlen zur betrieblichen Umweltleistung“ (Fassung: Version 1.3 des Updates VfU Kennzahlen 2025 vom 13.03.2026) erstellt. Das VfU-Kennzahlen-Tool ist ein anerkannter Standard für die Bilanzierung der betrieblichen THG-Kennzahlen bei Finanzinstituten und orientiert sich an den Maßstäben internationaler Standards wie den GRI-Standards, dem Greenhouse Gas Protocol oder dem Carbon Disclosure Project.
Im Rahmen der THG-Bilanz unseres Geschäftsbetriebs 2025 wurden die wesentlichen direkt verursachten THG-Emissionen (Scope 1) aus den folgenden Quellen berücksichtigt und nach spezifischen Datenquellen, Methodiken und Annahmen erhoben:
- Emissionen aus Verbrennungsprozessen stationärer Anlagen: Diese Emissionen entstehen an unserem Direktionsstandort durch den Betrieb von zwei Notstromdieselaggregaten zur Absicherung unserer Rechenzentren. Die zur Ermittlung der im Jahr 2025 durch das Aggregat verursachten Emissionen notwendige Energieleistung wird anhand der Betriebszeiten im Berichtsjahr und des durchschnittlichen Stundenverbrauchs seit der Installation des Aggregats kalkuliert. Da keine abweichenden Informationen vorliegen, gehen wir davon aus, dass in den Außenstellen des Münchener Verein keine Notstromdieselaggregate betrieben werden und somit keine Emissionen dieser Art entstehen.
- Emissionen aus Verbrennungsprozessen mobiler Anlagen: Emissionen aus Verbrennungsprozessen mobiler Anlagen entstehen im Geschäftsbetrieb des MV durch den Fuhrpark. Dieser umfasste im Jahr 2025 26 Fahrzeuge, davon fünf mit Benzin- und acht mit Dieselantrieb, vier Hybridfahrzeuge und neun E-Autos. Die für die Emissionsberechnung relevanten, mit dem MV-Fuhrpark zurückgelegten Kilometer werden über Informationen aus den Tankkartenabrechnungen des Jahres 2025 ermittelt. Orientiert an der Versteuerung erfolgt eine pauschale Herausrechnung der erlaubten privaten Nutzung mittels der 1%-Methode. Zusätzlich wird ein pauschaler Sicherheitsaufschlag von 1 % für nichterfassbares Laden von E-Autos und Hybridfahrzeugen auf eigene Kosten via Stromkabel angewandt. Aufgrund fehlender Aufschlüsselungsmöglichkeiten wird angenommen, dass an den Direktionsladesäulen ausschließlich Fahrzeuge der Münchener Verein geladen wurden und keine anderen Nutzer (konservativer Ansatz). Zudem erfolgt die Aufteilung der Ladungen auf E-Autos und Hybridfahrzeuge anhand der zurückgelegten Kilometer, da die tatsächliche Aufteilung unbekannt ist. Des Weiteren erfolgt bei Hybridfahrzeugen, aufgrund fehlender Aufschlüsselung der zurückgelegten Kilometer nach internen bzw. externen Ladungen, eine Aufteilung mittels des Anteils der jeweiligen Ladung (intern bzw. extern) an der gesamten Lademenge.
- Emissionen verursacht durch flüchtige Gase: Potenzielle Emissionen durch flüchtige Gase in unserem Geschäftsbetrieb ergeben sich aus Verlusten von Kühl- und Löschmitteln, beispielsweise im Rahmen der Gebäudekühlung durch Klimaanlagen oder durch die Nutzung beziehungsweise Entsorgung von Feuerlöschern. Die tatsächlichen Verluste im Jahr 2025 werden durch die Auswertung von Dienstleisterrechnungen (z. B. für die Wartung von Kühlgeräten) für die Direktionsstandorte erfasst. Da für die Außenstellen des Münchener Vereins keine spezifischen Daten zu Kühl- und Löschmittelverlusten vorliegen, werden diese basierend auf den Daten der Direktion (Verlust kg pro m²) hochgerechnet.
Darüber hinaus verursacht der Münchener Verein durch den Bezug von Strom und Fernwärme für seine Direktionsstandorte und Außenstellen indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2). Für die Berechnung der THG-Emissionen aus Strom (100 % Ökostrom, d. h. über Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien bilanziell gedeckt) und Fernwärme (aus Geothermie) an den Direktionsstandorten werden die Abrechnungen der Versorgungsdienstleister sowie die Zählerstände aus dem Jahr 2025 als Datenbasis verwendet. Energieverbräuche von externen Mietenden, die teilweise in diesen Daten enthalten sind, werden aufgrund fehlender Differenzierungsmöglichkeiten pauschal über Flächenanteile aus unseren indirekten energiebedingten THG-Emissionen herausgerechnet. Seit Mitte März 2025 ist zudem eine PV-Anlage auf dem Gebäude in der Goethestraße 42 in Betrieb. Aufgrund eines vom Dienstleister fehlerhaft installierten Zählers sind die physischen Ablesewerte dieser Anlage für das Berichtsjahr 2025 jedoch nicht nutzbar. Als alternative Datenbasis wird daher für das Berichtsjahr eine vom PV-Anlagen-Dienstleister bereitgestellte Übersicht der Monatserträge herangezogen, welche die nach Monaten gegliederte Produktionsmenge für das gesamte Jahr 2025 ausweist. Da die Einrichtungsarbeiten in der Goethestraße 42 erst Mitte März abgeschlossen wurden und die Anlage erst zu diesem Zeitpunkt offiziell den Betrieb aufnahm, wird für den Monat März mangels detaillierterer Aufschlüsselungsmöglichkeiten pauschal die Hälfte der ausgewiesenen Monatsproduktionsmenge veranschlagt.
Aufgrund unvollständiger Daten zu den Strom- und Fernwärmeverbräuchen unserer Außenstellen erfolgt für diese eine Hochrechnung der Verbräuche für 2025. Diese basiert auf Durchschnittsverbräuchen pro Außenstellen-Quadratmeter. Diese berechnen sich für Strom aus Verbrauchswerten der Jahre 2024 und 2025 (je nach Verfügbarkeit) von 60 % der Außenstellenfläche bzw. für die Wärme von 46 % der Außenstellenfläche. Da für einen Großteil der Außenstellen die Strom- oder Fernwärmequalität nicht bekannt ist, kommen die vom VfU-Tool vorgegebenen Durchschnittsmixe zum Einsatz.
Durch die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette des MV werden zudem die folgenden wesentlichen sonstigen indirekten Emissionen (Scope 3) im Geschäftsbetrieb verursacht und, wo vorhanden erfasst:
- Emissionen durch gekaufte Waren und Dienstleistungen: Hierunter fallen primär der Wasserbezug für den Betrieb der Bürogebäude, der Papierverbrauch, Telefonie und Internet sowie die Beschaffung von Büromaterialien.
- Emissionen durch Abfallaufkommen im Betrieb: Diese umfassen Abfälle aus verschiedenen Kategorien, wie Kantinenabfälle, EDV-Schrott, Papier & Karton sowie Siedlungsabfälle.
- Weitere kraftstoff- und energiebezogene Emissionen: Diese Kategorie umfasst Geschäftsreisen, den Pendelverkehr und Homeoffice der Mitarbeitenden sowie die Vorketten der relevanten Energieträger aus Scope 1 und 2.
- Transport und Vertrieb: Dies beinhaltet neben dem Post- und Paketversand den Vertrieb unserer Versicherungsprodukte durch unsere Außendienstpartner. Für die Außendienstpartner werden dabei jeweils die Emissionen aus Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauch, Abfallaufkommen und dem Verlust von Kühl- und Löschmitteln in ihren Niederlassungen mit einbezogen.
Angesichts einer Vielzahl von Herausforderungen bei der Erfassung von Scope 3-Emissionen sind wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht in der Lage, umfassende und verlässliche Zahlen zu unseren Scope 3-Emissionen des Geschäftsbetriebs zu veröffentlichen und beschränken uns daher derzeit auf die Präsentation unserer Scope 1- und Scope 2-Emissionen. Im Bereich der THG-Bilanz des Geschäftsbetriebs ist dies primär auf zwei zentrale Herausforderungen zurückzuführen:
- Fehlende Daten: Im Berichtszeitraum konnten noch nicht alle notwendigen Datenpunkte über die gesamte Wertschöpfungskette des Geschäftsbetriebs hinweg erfasst werden, die für eine vollständige und präzise Berechnung der Scope 3-Emissionen erforderlich wären.
- Mangelnde Datenqualität: Ein signifikanter Anteil der bereits verfügbaren Daten weist eine Qualität auf, die unseren internen Ansprüchen an Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit noch nicht genügt. Zur Gewährleistung der Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung ist eine verbesserte Datenqualität unerlässlich.
Wir arbeiten kontinuierlich daran, diese Herausforderungen zu bewältigen sowie unsere Datenerfassungsprozesse (insbesondere auch für Scope 3) und die Qualität der erhobenen Daten von Jahr zu Jahr zu verbessern.
THG-Bilanz der MV-Kapitalanlage
Im Berichtsjahr 2025 werden unsere Kapitalanlagen als integraler Bestandteil der Scope-3-Emissionen (Kategorie 15) bilanziert, wobei dies die Scope 1- und Scope 2-Emissionen dieser Anlagen einschließt. Dies umfasst auch die direkt gehaltenen Immobilien des Konzerns, die in diesem Kontext als Kapitalanlagen gelten.
Wir legen Wert auf eine fundierte und konsistente Datenbasis für unsere THG-Berichterstattung. Die Erfassung und Qualitätsprüfung unserer Emissionsdaten für Kapitalanlagen entwickeln wir kontinuierlich weiter, um eine angemessene Datenqualität, -vollständigkeit und -vergleichbarkeit zu gewährleisten. Während wir die regulatorisch geforderten Offenlegungen (z. B. im Rahmen von PAI-Berichten, EU-Taxonomie) selbstverständlich erfüllen, haben wir uns in Anerkennung der fortlaufenden Optimierung unserer internen Datenbasis dazu entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt von einer darüberhinausgehenden, detaillierten Offenlegung der THG-Emissionsdaten für sämtliche unserer Kapitalanlagen abzusehen. Diese Einschränkung betrifft allerdings nicht jene direkt gehaltenen Immobilien, die der Münchener Verein selbst für seinen Geschäftsbetrieb nutzt; deren Emissionen werden im Rahmen unserer THG-Bilanz für den Geschäftsbetrieb erfasst.
THG-Bilanz der MV-Versicherungsprodukte
Der Münchener Verein erkennt die erhebliche Bedeutung indirekter Treibhausgasemissionen im Kontext unserer Versicherungsprodukte an. Dennoch bleibt es uns im Berichtsjahr 2025 eine Herausforderung, diese Emissionen systematisch zu erfassen und zu bilanzieren. Die Gründe hierfür liegen in der noch unzureichenden Verfügbarkeit von etablierten und allgemein anerkannten Branchenstandards sowie spezifischen Methodologien, die auf die Komplexität versicherungsproduktbezogener Emissionen zugeschnitten sind.
Die methodische Zurechenbarkeit von Emissionen – sei es aus versicherten Risiken, der Nutzung versicherter Objekte oder der Schadenabwicklung – ist methodisch noch nicht ausreichend geklärt. Hierfür bedarf es spezifischer Berechnungsgrundlagen, die über die gängigen GHG-Protocol-Standards für den Geschäftsbetrieb hinausgehen. Obwohl Initiativen wie das „Partnership for Carbon Accounting Financials“ (PCAF) oder die „Science Based Targets for Financial Institutions“ (SBTi-FI) fortlaufend Ansätze für Finanzdienstleister entwickeln, konzentrieren sich diese primär auf das Kredit- und Anlagegeschäft. Im Kerngeschäft von Versicherern besteht in diesem Bereich somit nach wie vor ein erheblicher Entwicklungsbedarf.
Wir beobachten die Fortschritte in diesem Sektor. Sobald sich robuste, praktikable und anerkannte Standards zur Messung und Berichterstattung dieser spezifischen Emissionen etablieren, werden wir deren Integration in unsere THG-Bilanzierung sorgfältig prüfen und darüber berichten.
Reduktionsmaßnahmen
Der Münchener Verein hat bereits verschiedene Reduktionsmaßnahmen, wie beispielsweise die Nutzung von 100 % grünem Strom (d. h. über Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien bilanziell gedeckt) und die kontinuierliche Optimierung unseres Energieverbrauchs, zur Senkung seiner Treibhausgasemissionen umgesetzt. Unser Vorgehen zur Emissionsreduktion orientiert sich dabei an einer klaren und priorisierten Hierarchie, die im Einklang mit anerkannten Standards wie dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol steht. Dieser Ansatz stellt sicher, dass wir Reduktionsmaßnahmen Vorrang vor einem freiwilligen finanziellen Klimabeitrag geben.
- Vermeiden (Avoid): Die wirksamste Maßnahme ist, Emissionen gar nicht erst entstehen zu lassen. Dies setzen wir beispielsweise durch die Reduzierung des Papierverbrauchs oder die Optimierung unseres Energieverbrauchs um.
- Reduzieren (Reduce): Wo eine Vermeidung nicht möglich ist, senken wir die Emissionen so weit wie möglich. Ein Beispiel hierfür ist unsere Dienstwagenrichtlinie, die finanzielle Anreize für Fahrzeuge mit geringem CO₂-Ausstoß setzt.
- Wiederherstellen/Wiederverwenden (Restore/Reuse): Wir verfolgen Ansätze zur Schaffung geschlossener Kreisläufe. So fördern wir beispielsweise im Schadenmanagement den Ansatz „Reparieren statt Ersetzen“, um den Ressourceneinsatz zu optimieren.
- Freiwilliger finanzieller Klimabeitrag: Als einen weiteren, wichtigen Schritt leisten wir für die verbleibenden, derzeit nicht vermeidbaren Emissionen aus unserem eigenen Geschäftsbetrieb (Scope 1 und 2) einen freiwilligen finanziellen Klimabeitrag durch die Unterstützung hochwertiger, zertifizierter Klimaschutzprojekte. Erstmalig leisteten wir in 2026 einen solchen finanziellen Beitrag für die Emissionen des Jahres 2025. Diese Maßnahme erfolgt nachrangig zu unseren Reduktionsbemühungen.
Die Maßnahmenplanung zur Reduktion unserer Treibhausgasemissionen befindet sich aktuell noch in den Anfängen. Der Grund hierfür ist, dass für eine effektive und wirkungsvolle Maßnahmenplanung eine solide Datengrundlage unerlässlich ist, anhand derer wir gezielte Schritte entwickeln können. Beim Münchener Verein variiert die Vollständigkeit und Richtigkeit der zur Verfügung stehenden Daten jedoch noch stark je nach Bereich unserer THG-Bilanz.
Dies führt dazu, dass die Reife der Maßnahmenplanung ebenfalls stark zwischen den einzelnen Bereichen unserer THG-Bilanz variiert. So ist es uns beispielsweise im Bereich der THG-Bilanz des Geschäftsbetriebs bereits möglich, erste konkrete Reduktionsmaßnahmen für Scope 1 und 2 zu entwickeln. Dies ist der vergleichsweise guten Datenlage und der Etablierung systematischer Erfassungsprozesse in diesen Bereichen zu verdanken. Im Gegensatz dazu ist beispielsweise die Maßnahmenplanung für die THG-Bilanz der Versicherungsprodukte aufgrund der fehlenden, etablierten Berechnungsmethoden und der unzureichenden Datengrundlage derzeit nur sehr eingeschränkt möglich.
Der Münchener Verein arbeitet daran, diese Datengrundlage in allen Bereichen weiter auszubauen und zu verfeinern und somit die Voraussetzungen für eine immer präzisere und wirkungsvollere Maßnahmenplanung in allen Bereichen zu schaffen.
Informationen zu bereits umgesetzten und laufenden Reduktionsmaßnahmen sowie zu unserem freiwilligen finanziellen Klimabeitrag für die Scope 1- und Scope 2-Emissionen des Geschäftsbetriebs siehe: https://www.muenchener-verein.de/unternehmen/nachhaltigkeit/nachhaltigkeit-beim-muenchener-verein/