Ratgeber > Pflege > Wohnen im Alter
20.01.2021 | 6:20 min

Wohnen im Alter - klassische und alternative Wohnformen im Alter

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis ist mehr als jeder fünfte Deutsche älter als 65 Jahre. Die Diskussion um barrierefreies und altersgerechtes Wohnen gewinnt in Zusammenhang mit der alternden Bevölkerung an Bedeutung. Die Bewältigung des Alltags fällt mit zunehmenden Lebensjahren oftmals schwer, auch wenn keine Pflegebedürftigkeit vorliegt, sind viele Menschen auf Unterstützung angewiesen. Verschiedene Kriterien wie die eigene Mobilität, soziale Aspekte und nicht zuletzt die finanziellen Möglichkeiten haben Einfluss auf die Entscheidung für eine bestimmte Wohnform.

  • Für den Lebensabend stehen alternative Wohnformen zur Auswahl
  • Mit geeigneter Unterstützung ist das Leben in der eigenen Wohnung möglich
  • Verschiedene Betreiber bieten betreutes Wohnen in Seniorenresidenzen mit Grund- und Wahlleistungen an
  • Ideal ist eine rechtzeitige Planung, in vielen Einrichtungen gibt es lange Wartelisten
  • Bei einem Pflegegrad beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten für das betreute Wohnen
    Wohnenformen im Alter - ältere Menschen spielen gemeinsam Karten Im Seniorenheim

    Welche Wohnformen im Alter gibt es?

    Die meisten Menschen möchten bis ins hohe Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen - leider macht uns die Gesundheit oftmals einen Strich durch die Rechnung. Die gewohnte Umgebung verspricht Geborgenheit und lässt Erinnerungen lebendig bleiben, dennoch empfiehlt es sich, rechtzeitig darüber nachzudenken, wo Sie im Alter wohnen möchten. Von einem altersgerechten Umbau des eigenen Zuhauses bis zur Senioren-Wohngemeinschaft oder dem betreuten Wohnen in einem Seniorenheim gibt es verschiedene Wohnformen im Alter:

    • Wohnen zu Hause
    • Wohnen zu Hause bei Bedarf mit ausgewählten Pflegeleistungen
    • Betreutes Wohnen in einer Seniorenresidenz
    • Senioren-Wohngemeinschaft
    • Pflegeheim
       

    Zuhause Wohnen im Alter – was spricht dafür, was dagegen?

    „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ – viele Menschen bevorzugen im Senioren-alter das Leben im eigenen Heim. Doch nicht immer gelingt die Bewältigung alltäglicher Aufgaben im gewohnten Umfang, in diesen Fällen ist Hilfe gefragt. 

    Geeignete Maßnahmen für die Unterstützung eines selbstbestimmten Lebens: 

    • ambulante Pflegedienste
    • Mahlzeitenservice
    • Hausnotrufsystem
    • Putz- oder Haushaltshilfe 

    Die Leistungen ergänzen die häusliche Pflege durch Angehörige und ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. In unserem Ratgeber „Ambulante Pflege: Wissenswertes zur häuslichen Pflege “ erfahren Sie mehr über die Betreuung der Pflegeperson in den eigenen vier Wänden."

    Wohnformen im Alter_ Seniorin mit mit ihrer Enkelin zu Hause beim Geschirr abwaschen

    Die Vorteile

    Für Seniorinnen und Senioren, die weitgehend allein zurechtkommen und nur für bestimmte Aufgaben Unterstützung benötigen, bietet diese Wohnform viele Vorteile. Sie bleiben in der gewohnten Umgebung und müssen sich wegen eines anstehenden Umzugs nicht von liebgewonnenen Erinnerungsstücken trennen. Besteht ein Pflegegrad, übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten für die Leistungen, idealerweise erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer. Wissenswertes zum Vorgehen im Pflegefall erfahren Sie im Ratgeber Pflege des Münchener Verein

    Problematisch in der bisherigen Wohnung sind oftmals Stolperfallen, Treppen, zu schmale Türen oder schlecht erreichbare Waschgelegenheiten. Wichtig ist daher ein altersgerechter Umbau der Wohnung, so empfiehlt sich beispielsweise der Einbau eines Treppenlifts oder die Verbreitung von Türen.


    Die Nachteile

    Das Leben in der eigenen Wohnung klingt zwar verlockend, mangelnde Mobilität sorgt jedoch häufig für Isolation und Einsamkeit und zeigt damit die Nachteile des Wohnens zu Hause

    Gut zu wissen

    Besteht eine Pflegebedürftigkeit mit einem Pflegegrad, beteiligt sich die Pflegekasse im Rahmen der sogenannten Wohnumfeldverbesserung mit bis zu 4.000 Euro an den Umbaukosten der eigenen Wohnung. 

    Eine gute Alternative: Betreutes Wohnen in einer Senioreneinrichtung

    Bedeutung | Kosten | Ab wann? 

    Das betreute Wohnen in einer Senioreneinrichtung ist eine passende Alternative und bietet verschiedene Vorteile:

    • eigene, barrierefrei ausgestattete Wohnung in einer Wohnanlage 
    • seniorengerechte Dienstleistungen
    • attraktives Freizeitangebot
    • maßgeschneiderte Betreuung 

    Nachteilig bei dieser Wohnform sind die nicht einheitlich geregelten Betreuungsverträge. Jede Einrichtung legt die Kosten in Eigenregie fest, sodass die Aufwendungen oftmals nicht nachvollziehbar und schwer vergleichbar sind. Im Vergleich zum Leben in der bisherigen Wohnung können deutlich höhere Ausgaben anfallen. 

    Wohnformen im Alter _Paar auf einer Bank in einer Senioren-Wohnanlage

    Was bedeutet betreutes Wohnen im Alter?

    Betreutes Wohnen für Senioren bedeutet, dass ältere Menschen in eigenen abgeschlossenen Wohneinheiten einer speziellen Wohnanlage leben und dabei Anspruch auf ausgewählte Betreuungsleistungen haben.

    Das betreute Wohnen kombiniert das selbstbestimmte Leben mit den Vorteilen einer Pflegeeinrichtung. Leistungen wie einen Reinigungsservice, einen Menübringdienst oder einen 24-Stunden-Notruf buchen Sie auf Wunsch dazu. Das Angebot für das Servicewohnen ist vom jeweiligen Anbieter abhängig.

    Es gibt sowohl Kauf- als auch Mietwohnungen für das betreute Wohnen von Senioren. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt von den persönlichen Ansprüchen und letztlich vom finanziellen Budget ab. Eine Mietwohnung verspricht mehr Flexibilität, sollte später der Umzug in ein Pflegeheim erforderlich sein, lässt sich das bei einer gemieteten Immobilie deutlich einfacher realisieren. Die Mieten für Seniorenwohnungen sind oftmals sehr hoch, sodass sich auch der Kauf rechnet, sofern Sie über entsprechende Mittel verfügen. Idealerweise wägen Sie die Vor- und Nachteile genau ab und schauen sich vor Ihrer Entscheidung den Träger des betreuten Wohnens gut an.

    Was kostet betreutes Wohnen?

    Die Kosten für das betreute Wohnen sind abhängig von der Lage und dem Serviceangebot des Betreibers. In einer ländlichen Region zahlen Sie für die Seniorenresidenz in der Regel deutlich weniger als in einem Ballungsgebiet.

    Zu den Miet- oder Kaufkosten und den üblichen Nebenkosten kommen die Ausgaben für die Betreuungsleistungen. Nach Angaben der Krankenkassenzentrale müssen Sie bei den Grundleistungen mit monatlich durchschnittlich 90 Euro für eine Person beziehungsweise 110 Euro für zwei Personen rechnen. Dazu kommen weitere Ausgaben für individuell ausgewählte Wahlleistungen. Die Kosten für das betreute Wohnen tragen Sie aus eigener Tasche. Die Aufwendungen variieren stark und weichen in Einzelfällen deutlich vom angegebenen Durchschnittsbetrag ab. Mit einem festgestellten Pflegegrad erhalten Sie PflegegeldPflegebedürftige, die beispielsweise durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld oder PflegesachleistungenWerden Pflegebedürftige im häuslichen Umfeld von zugelassenen ambulanten Pflegediensten gepflegt, fließt die Pflegesachleistung. der Pflegekasse. Ideal ist eine private Pflegezusatzversicherung, um sich vor hohen Zuzahlungen zu schützen. Informieren Sie sich über die Pflegezusatzversicherung des Münchener Vereins.

    Ab welchem Alter empfiehlt sich betreutes Wohnen?

    Einige Senioren entscheiden sich für das betreute Wohnen, wenn Sie noch agil und mobil sind, andere wählen die alternative Wohnform erst, wenn sich gesundheitliche Einschränkungen anzeigen. Einen festen Zeitpunkt für den Umzug in eine Seniorenresidenz oder eine Senioren-WG gibt es nicht.

    Die Verbraucherzentrale rät, die Entscheidung für den Umzug aus der bisherigen Wohnung gut zu planen. Bedenken Sie, dass es in einigen Einrichtungen lange Wartezeiten gibt, sodass Sie idealerweise rechtzeitig mit der Vorbereitung anfangen. Haben Sie sich für eine Wohnform entschieden, beschaffen Sie sich am besten Informationsmaterial und nehmen die Einrichtung genau unter die Lupe. Besichtigen Sie die Wohnlage gemeinsam mit einer Vertrauensperson und klären Sie im Vorfeld alle wichtigen Fragen.

    Senioren-Wohngemeinschaften - Vorteile und Nachteile

    Senioren-Wohngemeinschaften sind eine weitere alternative Wohnform im Alter. Die Bewohner organisieren das gemeinsame Wohnen im Alter selbstbestimmt. 

    Ein großer Vorteil der Senioren-WG ist das Miteinander, niemand ist isoliert oder allein. Üblicherweise hat jedes WG-Mitglied ein eigenes Zimmer. Dazu kommen Gemeinschaftsräume wie Küche oder ein Wohnraum, den alle zusammen nutzen. Die Pflegekassen unterstützen die Gründung von betreuten Wohngruppen mit bis zu 10.000 Euro. 

    Geeignete Immobilien für eine Senioren-WG sind schwer zu finden, nachteilig sind die hohen Kosten für entsprechende Häuser.

    Unser Tipp: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW vergibt zinsgünstige Kredite für den Kauf oder den altersgerechten Umbau von Immobilien. Informationen erhalten Sie bei Interesse über Ihre Hausbank.

    Ein weiterer Nachteil zeigt sich bei dem recht engen Zusammenleben mit anderen. Für ältere Menschen kann es manchmal schwierig sein, sich in schon existierende Wohngemeinschaften einzugliedern. Nicht alle Senioren fühlen sich in einer größeren Gemeinschaft heimisch. Dabei können Konflikte entstehen, die das Miteinander und die WG-Atmosphäre beeinträchtigen. Wer bislang allein gelebt hat, benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit. 
     

    Gut zu wissen

    Beauftragen die Pflegebedürftigen einer Senioren-WG gemeinsam eine professionelle Pflegekraft, ist es möglich, die Ansprüche auf Pflegesachleistungen zu bündeln. Die Pflegekräfte rechnen Ihre Leistungen für die häusliche Pflege direkt mit der Pflegekasse ab.

    Wohnformen im Alter - Senioren WG in der Frühstücksrunde

    Wohnen im Alter - Umzug in ein Pflegeheim

    Der Umzug in ein Pflegeheim ist zu erwägen, wenn eine vollstationäre Unterbringung notwendig ist und eine Versorgung zu Hause durch Angehörige nicht mehr möglich ist. Bei einer Demenz oder anderen gesundheitlichen Einschränkung sind allein lebende Senioren gefährdet, sodass ein Pflegeheim oftmals die beste Alternative darstellt.

    Was ist teilstationäre Pflege?

    Bei der teilstationären Pflege findet die Pflege zu Hause, in einer stationären Pflegeeinrichtung oder einer Tagesstätte statt. Möglich ist auch eine Nachtpflege.

    Der Pflegebedürftige bleibt bei der teilstationären Pflege im eigenen zu Hause wohnen und nimmt die entsprechenden Pflegeleistungen entweder daheim oder in einer geeigneten Pflegeeinrichtung in Anspruch. Es handelt sich also um eine Kombination aus der häuslichen und der stationären Pflege, die genau auf die Situation des Pflegebedürftigen abgestimmt wird. Die Pflegekassen übernehmen die Kosten in Abhängigkeit vom Pflegegrad.

    Wo in Deutschland leben Senioren am besten?

    Die besten Lebensverhältnisse bietet einer Studie zufolge die thüringische Stadt Jena. Auch andere ostdeutsche Städte liegen im Ranking weit vorn.

    Das ZDF hat in einer exklusiven Studie die Wohnverhältnisse und die Lebensbedingungen für ältere Menschen unter die Lupe genommen. Verschiedene Kriterien wie die Anzahl der Ärzte, die Miethöhe und die Lebenserwartung sind in die Untersuchung eingeflossen. Bei dem Ranking lagen ostdeutsche Städte vorn. Jena gelangte mit einem ausgezeichneten Angebot an Erholungsflächen und einer sehr guten Gesundheitsversorgung auf den ersten Platz.

    Ebenfalls in Thüringen liegt die zweitplatzierte Stadt: Suhl. Die Autoren der Studie heben hier besonders die geringen Unfallzahlen von Senioren hervor. Beliebte Wohnorte sind zudem der hessische Hochtaunuskreis, die Region punktet vor allem bei finanzstarken Bewohnern mit einer hohen Kaufkraft.

    Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt sowie die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam sind ebenfalls perfekt für das Wohnen im Alter. Die Attraktivität der ostdeutschen Städte führen die Experten vor allem auf die gepflegte Altbausubstanz und die bezahlbaren Mieten sowie die gute Infrastruktur zurück.

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    Fazit - Wohnen im Alter

    Gesundheit und die Möglichkeit, lange und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben – so stellen wir uns den Lebensabend vor. Leider ist das Wohnen in Eigenregie nicht immer möglich und oftmals nur mit Unterstützung zu bewältigen. Welche altersgerechte Wohnform für Sie passend ist, entscheiden Sie selbst. Ausgeprägte Einzelgänger fühlen sich in einer Senioren-WG nicht wohl, sondern bevorzugen das Leben in einem abgeschlossenen Appartement einer Seniorenresidenz. Es gibt verschiedene alternative Wohnformen für unterschiedliche Ansprüche und finanzielle Möglichkeiten. Schauen Sie sich am besten rechtzeitig nach einem geeigneten Konzept um und denken Sie daran – nach einer langen beruflichen Karriere und Engagement für Kinder und Familie haben Sie jetzt Gelegenheit, nur die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen!

    Frau mit Headset lächelt - Münchener Verein Gesundheitsservices

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    Quellen

    Destatis: www.destatis.de
    Krankenkassenzentrale: www.krankenkassenzentrale.de
    Caritas: www.caritas.de
    ZDF: www.zdf.de
    Pflege.de: www.pflege.de
    Betanet: www.betanet.de 
    Pflege durch Angehörige: www.pflege-durch-angehoerige.de
    Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de
    Mobil bleiben: www.mobil-bleiben.de

    Alle abgerufen am 30.12.2020.

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