Ratgeber > Gesundheit > Gefährliche Brustkrebsarten
28.12.2020 | 5:50 min

Welcher Brustkrebs oder Brusttumor ist am gefährlichsten?

Jede achte Frau wird im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Moderne Therapien bieten gute Heilungschancen, dennoch ist leider nicht jeder Tumor gut zu behandeln. Die Prognose ist entscheidend von der Brustkrebsart und dem Stadium der Erkrankung sowie dem Lebensalter abhängig. Die Zellen, von denen die Krankheit ausgeht, beeinflussen die Aggressivität der Erkrankung.

  • Das duktale Karzinom ist die häufigste Brustkrebsart
  • Ein invasives Karzinom gilt als Vorstufe von Brustkrebs
  • Triple-negativer Brustkrebs ist schwer behandelbar
  • Die meisten Frauen erkranken ab einem Alter von 55 Jahren
  • Metastasierter Brustkrebs ist nicht heilbar
    Mammakarzinom – 3D-Illustration: Brustkrebsarten im Überblick

    Welche Arten von Brustkrebs gibt es?

    Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, im Jahr 2016 erhielten knapp 69.000 Frauen einen Krebsbefund. Laut Robert-Koch-Institut betrifft nur rund ein Prozent der jährlichen Neuerkrankungen Männer. Unkontrolliert wachsende Körperzellen sind die Ursache für die Entstehung bösartiger Tumore.

    Ein Überblick über die Brustkrebsarten:

    • duktales Karzinom in situ DCIS
    • lobuläres Karzinom in situ LCIS
    • invasives Duktalkarzinom IDC
    • invasives lobuläres Karzinom ILC

    Den Ursprung hat die Erkrankung in den Zellen der Milchgänge (duktales Mammakarzinom) oder in den Zellen der Drüsenlappen (lobuläres Mammakarzinom). Das duktale Karzinom, der Milchgangkrebs ist mit 78 Prozent die häufigste Brustkrebserkrankung. 12 Prozent der Erkrankungen entfallen auf das lobuläre Karzinom, den Läppchenkrebs. Die Erkrankung breitet sich den Gangsystemen der Drüsenläppchen aus.

    Die Mediziner unterscheiden zwischen einem invasiven und einem nichtinvasiven Karzinom. Das invasive Karzinom ist noch nicht in das umliegende Gewebe eingedrungen und gilt daher als Frühstufe der Erkrankung. Ein invasiver Tumor ist bereits in das umliegende Gewebe eingedrungen. Die Gefahr, dass sich Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen des Körpers gebildet haben, besteht.

    Gut zu wissen

    Krankhafte Veränderungen der Zellen in den Milchgängen sind eine Vorstufe des Brustkrebses. Mediziner bezeichnen diese Frühstufe der Erkrankung als duktales Karzinom in situ, DCIS. Das bedeutet, die Zellen bleiben "in situ", also vor Ort. Das lobuläre Karzinom in situ, LCIS ist eine Vorstufe, die sich in den milchproduzierenden Drüsen der Brust bildet.

    Was ist der aggressivste Brustkrebs?

    Wie gut die Krebserkrankung zu behandeln ist und wie aggressiv der Tumor sich entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist eine frühzeitige Entdeckung der Erkrankung. In diesem Zusammenhang spielen die Früherkennung und die Brustkrebsvorsorge wichtige Rollen.

    Die Mediziner untersuchen mit einer Gewebeprobe, ob es an den Tumorstellen Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, für die Hormone Östrogen und Progesteron gibt. Dabei bestimmen die Experten auch die Anzahl der Rezeptoren. Befinden sich auf den Tumorzellen Östrogen Rezeptoren, bezeichnen die Mediziner das als östrogenrezeptorpositiv ER+. Das Vorliegen von Progesteronrezeptoren bezeichnen die Ärzte als PR+.

    Entscheidend für die Gefährlichkeit des Tumors ist zudem der HER2-Status. Dieser Rezeptor ist die Bindungsstelle für Wachstumsfaktoren auf der Oberfläche der Zelle. Eine erhöhte Anzahl der Rezeptoren weist auf ein höheres Tumorwachstum hin.

    Weiterführende Informationen über die Selbstuntersuchung der Brust und die gesetzlichen Vorsorgeleistungen finden Sie in unserem Artikel Brustkrebsvorsorge: Früherkennung, Symptome & Brustkrebsrisiko senken

    Bei einigen Patientinnen finden sich in den Gewebeproben keine Hormonrezeptoren für Östrogen und Progesteron und auch der HER2-Rezeptor ist nicht nachzuweisen. Der Östrogen-negative Brustkrebs wird von Fachleuten auch als basaler Brustkrebs bezeichnet. Fehlen auch die weiteren Rezeptoren, handelt es sich um triple-negativen Brustkrebs.

    Die Behandlung dieser aggressiven Brustkrebsart ist schwierig, da aufgrund der fehlenden Bindungsstellen eine Antihormontherapie, die das Krebswachstum unterdrückt, nicht möglich ist. Die Prognose bei einem solchen Befund ist leider ungünstig. Eine Chemotherapie stellt die einzig mögliche Therapie dar.

    Gut zu wissen

    Ein Befund mit dem Nachweis der beschriebenen Hormonbindestellen hat eine gute Prognose, sofern keine erhöhte Anzahl von Wachstumsfaktoren nachzuweisen ist.

    Welcher Brustkrebs ist nicht heilbar?

    Metastasierter Brustkrebs ist nicht mehr heilbar, sondern nur durch eine medikamentöse Therapie zu kontrollieren.

    Ergeben die Untersuchungen der Mediziner, dass sich bereits Metastasen gebildet haben, sprechen die Experten von einer nicht mehr heilbaren, sondern einer chronischen Erkrankung. Die Ärzte versuchen in diesen Fällen, die weitere Ausbreitung der Krebszellen mit eigens abgestimmten Behandlungen zu verhindern. Mit modernen Therapien ist die Behandlung oftmals für mehrere Jahre möglich. Ziel ist, die Lebensqualität der Patientin so gut wie möglich zu erhalten und die Nebenwirkungen zu reduzieren.

    In welchem Alter ist Brustkrebs am gefährlichsten?

    Das Risiko einer Brustkrebserkrankung ändert sich im Laufe des Lebens. Vor allem in der zweiten Lebenshälfte steigt das Krankheitsrisiko.

    Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft verteilt sich das Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Krebsdiagnose zu erhalten wie folgt auf die einzelnen Lebensabschnitte:

    Brustkrebsrisiko bei Frauen: Das steigende Lebensalter gilt neben der genetischen Veranlagung als größter Risikofaktor für die Brustkrebsentstehung

    Alter der Frau
    Häufigkeit einer Brustkrebs-Diagnose
    35 Jahreeine von 110 Frauen erkrankt
    45 Jahreeine von 48 Frauen erkrankt
    55 Jahreeine von 37 Frauen erkrankt
    65 Jahreeine von 30 Frauen erkrankt
    75 Jahreeine von 31 Frauen erkrankt

    Wohin streut Brustkrebs am häufigsten?

    Über Lymph- oder Blutbahnen breitet sich der Krebs im Körper aus. Die Zellen vermehren sich an diesen Stellen weiter und es bilden sich Metastasen. Bei Brustkrebs sind besonders die Lymphknoten in der Nähe der Brust betroffen. Häufig bilden sich in den Achselhöhlen Tochtergeschwulste.

    Zudem streut Brustkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium in die Knochen, die Lunge, das Gehirn und die Leber.

    Wie schnell bilden sich Metastasen bei Brustkrebs?

    Wie schnell der Krebs Tochtergeschwulste bildet, hängt von der Turmorgröße ab. Je größer der Tumor und je aggressiver und schneller das Wachstum, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Streuung. Anders als bei anderen Krebserkrankungen besteht das Risiko der Metastasierung bei Mammakarzinomen noch nach vielen Jahren.

    Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe hat der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose bei 3 von 100 Frauen bereits gestreut. Im längeren Krankheitsverlauf ist jede vierte Erkrankte von einer Metastasierung betroffen.

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    Fazit - Brustkrebsvorsorge

    Bei der Diagnose Brustkrebs gerät die gesamte Welt aus den Fugen, die Angst, dass der Krebs sich im Körper ausbreitet ist groß. Wie aggressiv und gefährlich der Tumor ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Zeitpunkt der Entdeckung und der Art des Krebses ab.

    Auch wenn die bösartigen Zellen bereits gestreut haben und andere Bereiche des Körpers betroffen sind, ist es möglich, die Krankheit mit der richtigen Behandlung längerfristig zu beherrschen.

    Wichtig ist die Zusammenarbeit mit einem einfühlsamen und kompetenten Mediziner, der die Therapie eng begleitet.

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    Frau mit Headset lächelt - Münchener Verein Gesundheitsservices

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    Quellen

    Navigator Medizin: www.navigator-medizin.de
    Healthline: www.healthline.com
    MDC: www.mdc-berlin.de
    Helios Gesundheit: www.helios-gesundheit.de
    Brustkrebszentrale: www.brustkrebszentrale.de
    dkfz - Risikofaktoren: www.krebsinformationsdienst.de
    dkfz - Metastasen: www.krebsinformationsdienst.de
    Deutsche Krebshilfe: www.leitlinienprogramm-onkologie.de

    Alle abgerufen am 4.12.2020.

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