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Wachsendes Einzugsgebiet: Sudetenland und Österreich

Im Jahr 1938 werden Österreich und das Sudetenland ins Deutsche Reich eingegliedert. Beide Regionen grenzen unmittelbar an Bayern an – immer noch der Hauptwirkungskreis für den Münchener Verein. Aus diesem Grund kann die Gesellschaft von den Gebietserweiterungen erheblich profitieren: In der Folge dehnt sie ihre Reichweite und ihr Geschäftsvolumen auf die beiden Gebiete aus.

  • Münchener verein dehnt Reichweite aus
  • Fusionen und Integration mehrerer Kassen
  • mit Austria eigenständige Versicherung für Österreich geschaffen

    Die Krankenschutz Erste Allgemeine Krankenversicherungsanstalt a. G.

    Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich findet im März 1938 statt. Die zu der Zeit größte private Krankenversicherung Österreichs nennt sich Krankenschutz Erste Allgemeine Krankenversicherungsanstalt a. G. Die Gesellschaft ist auf vielfache Weise mit gewerblich Selbständigen und deren Vertretungen verbunden. Wenige Jahre zuvor bezeichnet sie sich selbst als die bei weitem größte Krankenversicherung für Handwerk und Gewerbe. Im Geschäftsjahr 1938 bietet sie 65.000 Versicherten Schutz. Die Beitragseinnahmen desselben Jahres belaufen sich auf mehr als 3 Millionen Reichsmark.

    Fusion mit dem Münchener Verein

    Der österreichische Krankenschutz strebt nun einen Zusammenschluss mit dem Münchener Verein an. Hintergrund ist wohl die vormals enge Verbindung zur Österreichischen Phönix, die zwei Jahre zuvor in einem regierungserschütternden Versicherungsskandal untergegangen ist. So bestellt man den Direkter des Münchener Verein Kurt Nolze im April 1938 zum Präsidenten des Verwaltungsrats vom Krankenschutz. Bereits zwei Monate später ist die Fusion perfekt: Der Krankenschutz wird mit dem Münchener Verein verschmolzen, alle Aktiva und Passiva übertragen. Die Münchner Gesellschaft ist zu dieser Zeit etwa doppelt so groß wie das Wiener Unternehmen: Sie hat rund 117.000 Mitglieder bei Jahresbeiträgen von 6 Millionen Reichsmark. Infolge der Fusion übernimmt der Münchener Versicherer den kompletten Versicherungsbestand der österreichischen Gesellschaft. Damit erhalten sämtliche Kunden des Krankenschutzes die vollen Mitgliedsrechte des Münchener Verein.

    Integration von vier kleineren Kassen im Sudetenland

    Im September 1938 wird infolge des Münchner Abkommens das Sudetenland eingegliedert. Diese Region im heutigen Tschechien ist damals überwiegend von einer deutschsprachigen Bevölkerung besiedelt. Benannt ist sie nach den Sudeten, einem Gebirgszug zwischen Schlesien und Böhmen im tschechisch-polnischen Grenzgebiet. Hier integriert der Münchener Verein vier kleinere Krankenversicherer für selbständige Gewerbetreibende in sein Unternehmen. Die Kassen sind in Altschallersdorf, Pohrlitz, Znaim und Brünn ansässig – heute tschechisch Starý Šaldorf, Pohořelice, Znojmo und Brno.

    Austria – eine eigenständige Versicherung für Österreich

    Nach Kriegsende soll Österreich eine eigenständige einheimische Krankenversicherung bekommen. Doch die Vermögensverhältnisse sind kompliziert. Daher ist es nötig, eine neue unabhängige Gesellschaft zu gründen. Die Anträge auf Zulassung hierfür muss der Münchener Verein an alle drei alliierte Mächte in deren Amtssprachen richten. Das russischsprachige Dokument in kyrillischer Schreibschrift auf dem Briefbogen des Versicherers hat sich bis heute erhalten. Im Januar 1946 gründet man in Wien den Austria Versicherungsverein a. G. (vormals Krankenschutz Erste Allgemeine Krankenversicherungsanstalt a. G.). Der Zusatz in Klammern soll die Kontinuität zum Ausdruck bringen, der Name Austria den Neustart als österreichischer Versicherer. Die Austria fusioniert 1991 mit der Collegialität, um schließlich 1999 in der Uniqa Group aufzugehen.

    • Logo des Austria Versicherungsvereins a. G.
    • Antrag auf Zulassung in kyrillischer Schreibschrift

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