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Die Rationalisierung geht weiter: Lochkartenmaschinen

Bereits in den 1920er Jahren hat der Münchener Verein mit moderner Bürotechnik seine Verwaltungsprozesse optimiert. Bald reicht das nicht mehr aus. Das Einzugsgebiet der Gesellschaft hat sich vergrößert: Hinzugekommen sind das Sudetenland und Österreich. Zudem ist ein erheblicher Teil der Mitarbeiter zum Kriegsdienst einberufen. In dieser Situation sucht der Versicherer nach neuen Möglichkeiten - und findet sie in Lochkartenmaschinen.

  • 1920: Lochkartenmaschinen werden eingeführt
  • Münchener Verein als Pionier der Branche 250.000 Maschinen bestellt 
  • Kauf statt Miete

    Pionierarbeit im Lochkartenverfahren

    Hierbei entscheidet man sich für den Einsatz eines Lochkartensystems. Dieses Verfahren wird in der Versicherungswirtschaft vereinzelt bereits seit Mitte der 1920er Jahre eingesetzt – bis dato allerdings nur für die großen Gesellschaften in der Sach- und Lebensversicherung. Für die private Krankenversicherung gibt es 1939 noch kaum Erfahrungen mit Lochkartensystemen. Hier leistet der Münchener Verein Pionierarbeit.

    Mitarbeiter des Münchener Verein arbeiten mit der Lochkartenmaschine.

    Private Krankenversicherung mit Powers Lochkarten

    Der bekannteste Anbieter von Lochkartenmaschinen, die Deutsche Hollerith-Gesellschaft, bietet die Geräte nur zur Miete an. Das hält der Münchener Verein für unwirtschaftlich. Die Entscheidung fällt für die Powers Lochkarten-GmbH in Berlin. Ein weiterer Vorteil dieses Herstellers: Seine Lochkarten besitzen einen deutlich größeren Speicherplatz. Der wiederum ist dringend nötig angesichts der Vielzahl von Tarifen und Monatsbeiträgen, die eingezogen werden müssen. Auch der komplizierte Abrechnungsverkehr in der Krankenversicherung stellt Ansprüche an das System. Noch 1939 gibt der Münchener Verein eine große Bestellung auf: Er ordert vier Tastenlocher, vier Kontrollmaschinen, eine Sortier- und eine Tabelliermaschine. Geliefert werden die Geräte in den beiden folgenden Jahren. Die Kosten für die Anlage belaufen sich auf 250.000 Reichsmark.

    Eine eigene Abteilung unter Rudolf Mutard

    Zur Umstellung auf das neue System richtet man im Unternehmen eine eigene Lochkarten- und Adrema-Abteilung ein. Die Leitung erhält Rudolf Mutard. Der Spezialist hat schon seine Lehrzeit beim Münchener Verein absolviert. In das unbekannte Verfahren hat er sich mit großem Beharrungsvermögen und Geschick eingearbeitet und so eine außerordentliche Kompetenz erlangt. Er leitet die Übertragung der Daten für die Krankenversicherung noch im Krieg. Hierbei gibt es kaum Vorbilder anderer Gesellschaften, an denen er sich orientieren könnte. Nach Kriegsende folgt die Lebensversicherung.

    Rettung der Daten am Fuß der Zugspitze

    Im Jahr 1942 zieht die gesamte Lochkarten- und Adrema-Abteilung ins oberbayerische Grainau um. Das Dorf liegt am Fuß der Zugspitze im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Im Nachhinein erweist sich der Umzug als Glücksfall: Im Dezember 1944 wird der Geschäftssitz des Münchener Vereins in der Pestalozzistraße 2 und 4 vollständig ausgebombt. Durch die Auslagerung bleiben die Datenbestände vollständig erhalten und überdauern so den Krieg. Nach dem Ende des Krieges wird die Abteilung wieder nach München verlegt. In den folgenden Jahrzehnten erfolgt nach und nach die Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung.

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